Das Kolberger Kotbuch vom Jahre 1473

Wann das Kolberger Salzwerk entstanden ist, wissen wir nicht. Seine Anfänge verlieren sich in die Zeit des Mittelalters und darüber hinaus in die prähistorische Zeit. Die erste Kunde erfolgt im Jahre 1000 durch Thietmar von Merseburg (+1018) der den Bischof Reinbern als “salsae Cholbergiensis” bezeichnet. Schon damals also war Kolberg eine wichtige Stadt. Der Ortsname Kolberg wird mit Salz in Verbindung gebracht. Die Verfechter der wendischen und deutschen Ableitung stimmen darin überein, dass die Stadt ihren Namen der Salzgewinnung zu verdanken hat. Die Landesherren von Pommern waren die ursprünglichen Besitzer der Kolberger Bodenschätze. Sie hatten früh ihren Wert erkannt, denn die Salzgüter blieben durch die mehrfachen Erbteilungen unberührt. Sie erhielten einen bestimmten Zins, gewöhnlich in Natura.

Der Hanse, in der es bis 1610 blieb, gehörte Kolberg sicherlich bereits vor seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1361 an. In dieser Blütezeit der Stadt waren die Salzproduktion, der Salzhandel und der Fischfang die Haupteinnahmequellen Kolbergs und brachten großen Wohlstand. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts besaß Kolberg ein eigenes Münzrecht, das 1548 durch Kaiser Karl V. bestätigt wurde.

Auf der Wiese am Zillenberge flossen drei Solequellen, ebenso auf dem Salzberge. Zahlreiche aus Brettern und Lehm gebaute Hütten “Kote” genannt, lagen ringsherum. Das Worte “Kot” welches man noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts für einen Bestandteil des keltischen Sprachschatzes hielt, stammt aus der deutschen Sprachwurzel wie die Worte “Kate” und “Kossat”. Die Namen der einzelnen, vielfach durch Kauf und Verkauf oder durch Erbgang wechselnden Besitzer wurden in ein besonderes Buch eingetragen, das man nach dem Rechtsobjekt als “Kotbuch” bezeichnete….

Quelle:

Sandow, Erich: Das Kolberger Korbuch von 1473, Halle: Buchdruckerei der Hallischen Nachrichten 1940 (Download)

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