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Nachruf auf Alfred Neven DuMont

Am 30.5. starb die Verleger-Legende Neven DuMont

Ohne Zweifel war er eine der letzten großen Verlegerpersönlichkeiten. Neven DuMont war der Herausgeber und Aufsichtsratvorsitzender des Verlags DuMont Schauberg. 1953 trat er in den Verlag seines Vaters ein und schaffte es in die Spitzengruppe der größten deutschen Zeitungshäuser. In Köln machte er den Kölner Stadt-Anzeiger zur wichtigsten und meistgelesenen Zeitung. 1964 gründete er die Boulevardzeitung „Express“ als Konkurrenz zur Bildzeitung.

„Zeitungen sind keine Ware. So habe ich es von meinem Vater gelernt“, pflegte er zu insistieren – ein Satz, den Kanzlerin Angela Merkel 2007 in ihrer Laudatio zum 80. Geburtstag auf einem Empfang des Verlegerverbands BDZV in Berlin mit der Bemerkung verband, Neven DuMont sei als Journalist mit Leib und Seele „eine Verlegerpersönlichkeit, wie es nur ganz wenige in Deutschland gibt“. Mit seinem „großartigen Beitrag für die freie und unabhängige Presse“ habe er sich um das Land verdient gemacht.

DuMont hinterlässt seine Frau Hedwig, eine geborene Prinzessin von Auersperg, sowie seine Kinder Isabella (47) und Konstantin (45). Der älteste Sohn des Paares, Markus, ein Künstler, starb 1995.

Geboren als Spross einer Kölner Zeitungsdynastie in 11. Generation

erblickte er am 29. März 1927 als Sohn des Verlegers Kurt Neven DuMont und dessen Ehefrau Gabriele, Tochter des Malers Franz von Lenbach in Köln das Licht der Welt.

Nach dem Studium der Philosophie, Geschichte und Literatur arbeitete er zunächst beim „Axel Springer Verlag“ und beim Verlag der „Süddeutschen Zeitung“. Seine Leidenschaft galt in dieser Zeit der Schauspielerei. So war Neven DuMont sowohl auf der Bühne der Münchner Kammerspiele als auch im Staatstheater zu sehen. Anschließend reiste Alfred Neven DuMont in die USA, wo er an der Medill School of Journalism in Chicago Journalismus studierte. 1953 kehrte er nach Deutschland zurück.

Die Geschichte der Familie DuMont reicht bis ins Jahr 1620 zurück

Die Familie DuMont hat ihren nachweisbaren Stamm in Soumagne bei Lüttich. Wenn man das Wappen entscheidend sein lassen will, sind die Dumont aus Soumagne und die verschiedenen in Italien vorkommenden del Monte, di Monti, di Monte, de Monte auf denselben Namen zurückzuführen. Die DuMont führten als Wappen drei goldene Sterne in silbernem Felde, nach welchem ein Armbrustschütze zielt, zu den Füßen drei Fässer auf blauem Hintergrund.

Es ist wahrscheinlich, dass einer der italienischen de Monte um die Mitte des 16. Jahrhunderts unter Katharina de Medici nach Frankreich und einer der Nachkommen in das Bistum Lüttich übersiedelte.

Die Kölner Linie DuMont

Bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts finden wir in Köln unter den Tabakfabrikanten den von auswärts eingewanderten Kaufmann Heinrich Joseph DuMont.  Am 6. Juli 1740 erwarb dieser die große Bürgerschaft in Köln. 1747 wurde er als erster Zunftherr in den Rath gewählt. Bis 1793 trat er nach Ablauf des dreijährigen Turnus immer wieder dem sitzenden Rath bei. 1740 Wurde er zum Zeughaus-Inspektor ernannt, 1753 zum Tucherherr, 1761 zum Fiskalrichter, 1768 zum Memorialsmeister, 1777 Appellations-Commissar und Schöffenherr, 1783 Weinmeister, 1786 Kornschreiber usw. Aus seiner Ehe mit Maria Sophia Dalen (+29.11.1768) stammen 12 Kinder ab.

In der nächsten Generation finden wir Franz Heinrich Joseph DuMont vermählt am 5. Septemberg 1775 mit Maria Anna Richmodis von Sand, Tochter des Johann Michael Heribert von Sand. Aus dieser Ehe stammen 7 Kinder.

Sohn Johann Marcus Theodor Michael Hubert (*10.1.1784-24.11.1831) legt den Grundstein des Verlags- und Zeitungsimperiums

1805 erwirbt Marcus DuMont die „Kölnische Zeitung“ und die Druckerei für 1400 Reichstaler. Am 1. April 1818 gründete er die Buchhandlung DuMont Schauberg. Am 28.7. 1805 hatte er eine der Schauberg´schen Erben, Maria Katharina Schauberg geheiratet.

An seinen Pressen beschäftigte DuMont 7 Arbeiter. Als Nebengeschäft betrieb er Papierhandel. Am 15. Juli 1811 erhielt er das „brevet“ als Buchdrucker und Buchhändler und am 10. Dezember des gleichen Jahres wurde er durch kaiserlichen Decret als Buchdrucker 1. Klasse vereidigt. Mehr aus der spannenden Familiengeschichte könnt ihr hier erfahren:

Quelle:

Leonard Ennen: Die Familien DuMont und Schauberg in Köln : für Verwandte und Freunde am Tage des fünfzigjährigen Bestehens der M. DuMont-Schauberg’schen Buchhandlung, Köln: DuMont-Schauberg 1868

 

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