Rambo Zambo Herr Bundeskanzler Merz

CDU-Gründung (1945)

Die CDU wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 als christlich-demokratische Sammlungsbewegung gegründet. „Rambo“ (Joseph Rambo ) der Gründungsmitglied und Geschäftsführer der CDU Leipzig im Jahr 1945 war und später Bürgermeister in Leipzig wurde. 1 Am 21. August 1945 registrierte die Sowjetische Militäradministration in Sachsen (SMAS) die neue Partei.

Auf der Webseite der Konrad Adenauer Stiftung liest sich das wie folgt: (Auszüge)

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Obwohl Hickmann im Landesverband Sachsen sehr angesehen war, stieß seine Haltung zur Absetzung Kaisers im Vorfeld des Landesparteitages im Juni 1948 auf Kritik. Dennoch wurde er mit großer Mehrheit wiedergewählt. Im Laufe des Jahres 1949 wurde zunehmend deutlich, dass die Sowjets Hickmann im Grunde misstrauten, da dieser weiterhin das Konzept eines demokratischen und neutralen Deutschlands verteidigte. Im Mai 1949 erschienen auf Veranlassung der SMA mehrere Artikel, unter anderem auch von dem CDU-Bürgermeister von Aue, Magnus Dedek, in denen eben diese Auffassung massiv angegriffen wurde. Zunehmend wurde die sächsische CDU von Anhängern Kaisers und Hickmanns gesäubert. Dagegen wurden Personen wie Dedek oder Josef Rambo in Leipzig unterstützt, die eindeutig zu den Kräften innerhalb der CDU zählten, die der SED und den Sowjets wohlgesonnen waren.

Hickmann war im Oktober 1949 zum Vizepräsidenten der provisorischen Volkskammer der DDR gewählt worden. Da er jedoch die Verschiebung der vorgesehen Wahlen auf 1950 kritisierte und deutlich auf der Abhaltung freier Wahlen bestand, geriet er zunehmend ins Kreuzfeuer der SED. Im Gegenzug kritisierte er die SED deutlich und warnte vor der Gefahr des Totalitarismus. Die Reaktion von SED und Sowjets erfolgte rasch. Zum einen ermunterte man die „fortschrittlichen Kräfte“ innerhalb der CDU um Dedek, sich von Hickmann zu distanzieren. Der Höhepunkt war jedoch die Erstürmung der CDU-Landesgeschäftsstelle am 23. Januar durch Teilnehmer einer „spontanen“ Demonstration, die in Wirklichkeit von der SED organisiert worden war. Unter Anleitung eines SED-Funktionärs bedrängte man die Mitarbeiter und skandierte gegen Hickmann Parolen wie „Hängt ihn auf, die Sau!“. Der plötzlich erschienene Georg Dertinger, früherer Generalsekretär der CDU der SBZ 3 und mittlerweile zum Außenminister der DDR aufgestiegen, enthob Hickmann seines Postens und übernahm die Geschäftsführung des Landesverbandes. Nach massiven Auseinandersetzungen trat Hickmann am 30. Januar 1950 von seinem Amt zurück. Den vorläufigen Vorsitz übernahm nun gemäß der Satzung sein Stellvertreter Otto Freitag.

In der Folgezeit wurden die Repressionen gegen unbotmäßige CDU-Mitglieder nochmals verschärft und die SED-freundlichen Funktionäre gewannen mehr und mehr die Oberhand. Auf dem Landesparteitag im Juni 1950 wurde Josef Rambo in offener Abstimmung zum neuen Vorsitzenden gewählt, er flüchtete aber bereits im September desselben Jahres nach West-Berlin. Ihm folge Magnus Dedek nach, der das Amt bis zur Auflösung des Landesverbandes 1952 innehatte. Unter ihm ging die Transformation der CDU in eine SED-hörige Blockpartei nahtlos weiter.

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© KAS : Berliner Gründungaufruf der CDU vom 26. Juni 1945

Der Begriff „Rambo“ im Kontext der CDU wird seit (2025) oft im Zusammenhang mit Friedrich Merz und dem viralen Spruch „Rambo Zambo“ 4 (nach Stefan Raab) verwendet, was jedoch nichts mit der unten genannten historischen Person Joseph Rambo aus der Gründungszeit zu tun hat – jedenfalls nicht vordergründig. Und doch ist der Merz Spruch nicht unerheblich für diesen Beitrag. Die CDU ist und bleibt im Gespräch.

Hintergrund:

Im Rahmen meiner Familienforschung zu Rambo/Rambow recherchiere ich in Leipzig, wo genau dieser Joseph Rambo von sich Reden machte. Also war klar, dass ich zuerst einmal herausfinden muss, ob er zu meinem dort ansässigen Familienzweig gehört – dem ist nicht so.

Joseph Rambo * 9. April 1898 in Oberhausen
Eltern: Peter Joseph Rambo und Ehefrau Christine Wallrath 5
Geheiratet hat Joseph Rambo in Leipzig 1972 (Reg. 1337 Standesamt Leipzig I.) auch das geht aus der Geburtsurkunde hervor.
Sein letzter Wohnort war Duisburg, wo er am 2. Juli 1972 verstarb.

Geburtsurkunde Joseph Rambo e1770554468575

Joseph Rambo leistete ab 1916 Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg arbeitete er ab 1919 als Zugabfertiger, Bürovorsteher, Buchhalter und Versicherungskaufmann. Von 1925 bis 1945 war er Leiter der Geschäftsstelle Leipzig der Gothaer Lebensversicherungsbank. 6

Nach wenigen Monaten im Amt setzte sich Rambo am 9. September 1950 in den Westen ab. Seine Darstellung, er sei vor der zunehmenden Repression gegen die demokratischen Kräfte in der DDR geflohen, wurde aber in der Öffentlichkeit nicht geglaubt. 7
Das Ostbüro der CDU ging davon aus, dass auch die Flucht im Auftrag des MGB 8 erfolgt sei und lehnte eine Zusammenarbeit mit Rambo ab. 9 Am 12. September 1950 schloss ihn der Politische Ausschuss des Hauptvorstandes der CDU „wegen sittenwidrigen Verhaltens gegenüber weiblichen Angestellten der Partei“ aus der Partei aus. 6

Diese Flucht führte zu einer neuen Säuberungswelle. Weitere Abgeordnete und Vorstandsmitglieder wie der sächsische Minister für Handel und Versorgung Georg Knabe oder Liselotte Pieser verließen 1951 die DDR 10

Gründungsmitglied CDU:

Joseph Rambo war 1945 Gründungsmitglied der CDU Leipzig.

Funktionen:

Er war von 1945 bis 1948 Geschäftsführer der CDU Leipzig und später Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Sachsen (1950).

Politisches Wirken:

1946 Stadtverordneter in Leipzig
1949 Bürgermeister von Leipzig für Arbeit und Sozialwesen
1946-1950 Landtagsabgeordneter in Sachsen
1950 Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Sachsen

Flucht:

Im September 1950 floh Rambo aus der DDR.

Quellen und Hinweise:

  1. Die Christlich Demokratische Union in Leipzig 1945 bis 1948[]
  2. https://www.kas.de/de/web/geschichte-der-cdu/sachsen[]
  3. Sowjetische Besatzungszone[]
  4. https://www.rnd.de/medien/merz-mit-rambo-zambo-was-das-zitat-bedeutet-und-was-raab-damit-zu-tun-hat-Z2V6FD2PMNFWXM4WJEELPJ5R4Q.html[]
  5. eventuell identisch mit dem am 24.8.1874 in Peterswald (Cochem) geborenen Peter Joseph Rambo []
  6. Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Rambo[][]
  7. Die Zeit 38/1950[]
  8. Das Ministerium für Staatssicherheit der UdSSR  https://de.wikipedia.org/wiki/Ministerium_f%C3%BCr_Staatssicherheit_(UdSSR) []
  9. Vergl. „Zum Fall Rambo“; in: PZ-Archiv 3 vom 1. Oktober 1950 und „Josef Rambo nach Westberlin geflüchtet“; in: UiD 72 vom 16. September 1950 und „Das Vertrauen schnöde mißbraucht“; in: Die Union vom 16. September 1950[]
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/CDU_Sachsen[]

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