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Deutsche Adelsproben aus dem Ordens-Zentralarchiv in Wien

In seinem Beitrag Ahnenproben in der frühen Neuzeit zitiert Klaus Graf aus seinem Artikel "Ahnenprobe" in: Enzyklopädie der Neuzeit, hrsg. von Friedrich Jäger, Bd. 1, Stuttgart 2005, Sp. 146-14... Die Ahnenprobe war der Nachweis oder die Darstellung der Herkunft von vier, acht, sechzehn usw. adeligen Ahnen (Adelsprobe). Die vor allem im deutsch-sprachigen Raum bedeutsame Ahnenprobe war ein normatives Instrument der Exklusion, das einen institutionellen oder genossenschaftlichen Binnenraum gegen unerwünschte Eindringlinge abschotten sollte. Bei der Ahnenprobe in Form der "Aufschwörung" mussten die Probanden und Zeugen eidlich die Herkunft (Adel und eheliche Geburt der Ahnen, oft kombiniert mit weiteren Eigenschaften wie Stifts-mäßigkeit, Angehörigkeit zur Reichsritterschaft oder zur deutschen Nation) bekräftigen. So wehrten sich adelige Institutionen wie Domstifte oder Korporationen wie Ritterorden gegen Aufsteiger aus dem Bürgertum, insbesondere gegen den Briefadel, gegen die Angehörigen städtischer Patriziate, die als Stadtadelige Ebenbürtigkeit mit dem Landadel anstrebten, oder gegen landfremde Adelige. Durch die negative Sanktionierung von Mesalliancen (eine nicht standesgemäße Heirat schadete den Nachkommen als Probanden einer Ahnenprobe) diente sie zugleich der Wahrung ständischer Homogenität.

Auch in anderen europäischen Ländern gab es Ahnenproben (meist zu vier Ahnen), so im Frankreich des Ancien Régime, in dem es im 18. Jahrhundert unter dem Eindruck einer „réaction aristocratique“ zu einer starken Revitalisierung alter Adelswerte kam. Komparatistisch zu untersuchen wäre, wie sich Ahnenprobenpraxis und andere Formen des Adelsnachweises zueinander verhalten haben…

Mit dieser Überleitung möchte ich die vier Bände “Deutsche Adelsproben aus dem Ordens-Zentralarchiv” von Leopold Nedopil vorstellen, die als Download zur Verfügung stehen. Sie erschienen im Verlag Wilhelm Braumüller in Wien 1868.

Leopold Nedopil *7.7.1819 in Znaim (Znojmo, Mähren) +20.2.1883 in Wien wurde 1842 zum Priester geweiht, versah das Amt eines Novizenmeister der Ritternovizen und vor allem das Amt des Archivars des Deutschen Ordens-Zentralarchivs in Wien. Als Archivar war Nedopil für die Katalogisierung der zahlreichen Ahnenproben verantwortlich.

Deutsche Adelsproben Bd. 1

Deutsche Adelsproben Bd. 2

Deutsche Adelsproben Bd. 3 (Register)

Deutsche Adelsproben Bd. 4 (Supplement)

Adel im Netz (von der Kurzdarstellung bis zu kompletten Familiengenealogien)

Literatur:

Ahnenproben bei Bauern, damals in manchen Gegenden Deutschlands doch recht gebräuchlich, wenn jemand die Aufnahme seiner Kinder in Gilden etc. sichern wollte.

Langer, Carl Edmund: Ahnen- und Adelsprobe, die Erwerbung, Bestätigung und der Verlust der Adelsrecht, Wien: Friedrich Manz 1862 (Download)

F.v. Klocke, Westdeutsche Ahnenproben feierlichster Form im 16. 17. und 18. Jahrhundert, 1940

H. Lönnecker, Die Ahnenprobe und ihre heraldisch-genealogischen Voraussetzungen, in: P. Rück (Hrsg.), Mabillons Spur, 1992, S. 367-387

Spiel mit dem Eide, Deutsches Museum. 1776-88. , 1784, 2.Bd., S. 475 – 476

Über die Adelsprobe in Deutschland, Stats-Anzeigen. 1782-93. , 1785, 8.Bd., S. 185 – 209

Adelsprobe für Offizier, Ephemeriden der Menschheit , 1782, 1.Bd., S. 375 – 375

Sonderbare Adelsprobe der französischen Maltheserritter, Ephemeriden der Menschheit , 1778, 9.St., S. 112 – 113

Beschreibung der Gebräuche, die bey der Aufschwörung, dem Ritterschlag, und der Einkleidung eines in den hohen Teutschen Ritter-Orden… Göttingisches historisches Magazin. 1787-91. , 1790, 6.Bd., S. 513 – 521

Denkmale und Ahnentafeln in Rheinland und Westfalen von Anton Fahne

Bd. 2: Aufschwörungen der Bergischen Ritterschaft; Das Geschlecht Tenckinck, Düsseldorf 1878

Bd. 3: Aufschwörungen der Ritterschaft des Herzogthums Cleve, Düsseldorf 1879

Bd. 4: Aufschwörung der jülischen Ritterschaft, Aufschwörungen des Damenstifts Oberndorf, Düsseldorf 1880

Bd. 5: Aufschwörungen der jülischen Ritterschaft, Düsseldorf 1882

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