Urteil im Prozess Gottfried Liesegang: Tötung auf Verlangen

Urteilsverkündung 5. Oktober 1935

Nach 2 1/2 tägiger Verhandlung wurde am Samstag das Urteil gegen den 19-jährigen Gottfried Liesegang aus Niedersachswerfen verkündet, der am 2. Mai seine Geliebte die 17-jährige Elfriede Fleischer, erstochen hatte.

Wie bereits berichtet wollten Liesegang und seine Geliebte gemeinsam aus dem Leben scheiden. Nachdem Liesegang seine Geliebte getötet hatte, fehlte ihm aber der Mut sich selbst das Leben zu nehmen. Er stellte sich freiwillig der Nordhäuser Polizei.

Toetung auf Verlangen Gottfried Liesegang Niedersachswerfen 1

Für die Urteilsverkündung wurde berücksichtigt, dass der Angeklagte glaubhaft machen konnte, dass er die Tat auf ernstliches und dringliches Verlangen seiner Geliebten Elfriede Fleischer ausgeführt habe. Das Urteil lautete auf 4 Jahre und 6 Monate Gefängnis.

Genealogischer Hintergrund

„Gottfried“ Rudolf Liesegang wurde am 23.10.1915 in Niedersachswerfen als Sohn des Gipsdielenmachers Gottfried Friedrich Bernhard (1845-1941) und dessen Ehefrau Friederike Henriette Maria geb. Schröter (1874-1940) geboren. Gottfried hatte mehrere Geschwister.

Nach seiner Haftentlassung lebte er in Hannover, wo er 2x heiratete und auch starb. (Sterbedatum fehlt) Seine Schwester hatte nach Hannover geheiratet, weshalb er vermutlich dorthin ging. Ein Sohn, geboren am 25.9.1943 trug auch wieder den Vornamen Gottfried. Die Ahnenreihe führt zurück nach Rüdigsdorf  in das Jahr 1655.

Quellen:

  • Hallische Nachrichten, Freitag 4. Oktober 1935, Nr. 232, Seite 13
  • Hallische Nachrichten, Montag 7. Oktober 1935, Nr. 234, Seite 7

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