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Ursprung und Geschichte der Demminer Familie Schimmelmann

Der aus der preußischen wie dänischen Geschichte bekannte Finanzmann Heinrich Carl Schimmelmann, geboren 1724 zu Demmin und gestorben 1782 in Kopenhagen, führte seine Familie aus bürgerlichen Verhältnissen zu ungeahntem Glanz, Reichtum und Ruhm. Die Ursprünge dieser Familie weisen zurück in die Städte Rostock, Bützow, Wismar und Demmin. Nach den urkundlichen Belegen lassen sich die Schimmelmannschen Ahnen bis zum Jahr1 1485 zurückverfolgen. Da gab es den Bürgermeister der Hansestadt Rostock, Joachim Schimmelmann. Drei Generationen waren von 1531-1625 in Bützow ansässig. Sie erscheinen auch unter den Kirchensteuerpflichtigen, die 1508-1547 aufgeführt werden. 1567 wird Barthold Schimmelmann genannt. Er wird in diesem Jahr von Herzog Ulrich von Mecklenburg zum Vorstand der Stiftskirche zu Bützow ernannt. 1581 ist er Ratsherr von Bützow, 1597 Bürgermeister. Bartholds Sohn, sowie Joachim und Hans Schimmelmann werden 1600 als Besitzer mehrerer Häuser in Bützow verzeichnet. Joachim siedelte 1612 nach Wismar über.

Auf der Universität Rostock ließ sich 1601 Barthold Schimmelmann eintragen. Er wurde Pfarrer zu Herzfeld (Mecklenburg-Schwerin), wo er 1650 starb. Durch Nicolaus Schimmelmann, der von Bützow nach Rostock übersiedelte, wurde das Geschlecht für mehr als ein Jahrhundert an diesen Ort verpflanzt. Mit dem Rostocker Nicolaus beginnt die urkundlich lückenlose Stammreihe der später gräflichen und freiherrlichen Linie von Schimmelmann. Dass die Familie schon um 1600 bürgerlichen Wohlstand und ausgesprochenen Familiensinn hatte, beweist die Tatsache des Wappentragens.

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Es ist bemerkenswert, dass zwei verschiedene Formen des Wappens geführt wurden. Das eine Wappenbild zeigt im Helmschmuck Mann mit Keule (Symbol der Wehrhaftigkeit) Das andere Wappenbild weist im Helmschmuck Mann mit Keule auf, im Wappenschild dagegen einen Baum, der im Kronenteil nestartig abgerundet ist, darin sitzt ein brütender Vogel. Das in Dänemark erschienene Werk “Danmarks Adels Aarbog” enthält das bürgerliche, freiherrliche und gräfliche Wappen der Schimmelmann.

Nicolaus Schimmelmann (+30.9.1679) hatte den Sohn Johann I. der als Senator von Rostock und als Vorstand an St. Marien genannt wird. Seine Frau Margarethe Hoppe, stammte aus einem holländischen Geschlecht. Deren Sohn Johann II. (+1741) wurde Kauf- und Handelsmann und war in erster Ehe vermählt mit Auguste Rumpff, die bereits 1713 verstarb. Am 28.2.1715 vermählte er sich abermals in Demmin mit Juliana Eleonora Engelbrechten (+1775)

Sein Bruder Dietrich Jacob Schimmelmann, geboren 1684 in Rostock und verstorben am 11.4.1743 in Demmin heiratete Esther Elisabeth Ludendorff am 16.2.1708. Er war Kaufmann und Ratsherr in Demmin, genannt 1733. Seine Frau schenkte ihm acht Kinder, von denen zwei besonders berühmt wurden und die Stammväter der gräflichen und freiherrlichen Linie der Schimmelmanns wurden.

An dieser Stelle sei der spätere Minister Ernst Heinrich Graf von Schimmelmann (1747-1831) erwähnt, der sich durch sein hilfreiches Einsetzen für Friedrich Schiller in dessen schwerer Zeit, einen unvergessenen Platz in der Geschichte der Deutschen Dichtung erworben hat. Sein Vater Heinrich Carl (1724-1782) war Leiter der dänischen Finanzoperationen nach Struensees Enthauptung.  Ihm gehörte seit 1759 das Gut Ahrensburg in Holstein, er knüpfte wirtschaftliche Kontakte nach Dänemark und trat 1761 in dortige Dienste. Im Jahr 1762 kaufte er Schloss Lindenborg bei Aalborg in Nordjütland.

Im gleichen Jahr wurde er in den dänischen Freiherrnstand erhoben und am 22. Februar 1762 in die Schleswig-Holsteinische Ritterschaft aufgenommen. In Ahrensburg ließ er 1771 ein Familienfideikommiss einrichten. Als königlich dänischer Schatzmeister wurde er 1779 in den Grafenstand erhoben. Die Lehnsgrafschaft Lindenborg wurde am 18. Juni 1781 errichtet und bestand bis zu ihrer Aufhebung 1922. Er starb am 16.2.1782 in Kopenhagen mit einer Hinterlassenschaft von 8 Millionen Mark. Ausführliche Genealogien zur Familie Schimmelmann finden sich wie immer in der Datenbank

 

Quelle:

  • Willi Finger: Pommersche Vereinigung für Stamm- und Wappenkunde: Familiengeschichtliche Mitteilungen und Vereinsnachrichten der Pommerschen Vereinigung für Stamm- und Wappenkunde in Stettin, Stettin: 1936  Seite 1-3 und 6-8

Literatur:

  1. Deutsche Geschichte in Ahnentafeln, von Dr. Heinrich Banniza von Bazan und Dr. Richard Müller, Band 1, Alfred Metzner Verlag Berlin, 2. Auflage 1940, Tafel 101
  2. Genealogisches Handbuch des Adels: Gräfliche Häuser B. Bd. 2 (Bd. 23), C. A. Starke: Limburg an der Lahn 1960, S. 366f.
  3. Christian Degen: Die Schimmelmann im atlantischen Dreieckshandel – Gewinn und Gewissen, Neumünster, Wachholtz-Verlag, 1974, 598 Seiten
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