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- 10. Kind Schrieb unter dem Pseudonym Gustav Lauben. 1969 Promotion zu m Dr. phil. 1972 Gastdozentur an der University of the Witwa tersrand in Johannesburg. Seine Biographie: http://www.rambow/leisegang.html Dieter Leisegang wurde am 25. November 1942 als elftes Kind des Malers und Kartographen Gustav Leisegang geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Wiesbaden, bevor die Familie 1959 nach Offenbach am Main übersiedelte. In den fünfziger Jahre n entstanden erste literarische Arbeiten und Gedichte, die in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien erschienen. Nach dem Abitur studierte er an der Johann Wolfgang Goethe-Univer sität neben Germanistik und Geschichte Philosophie, vor alle m bei Theodor W. Adorno und Julius Jakob Schaaf. Dessen Ansa tz einer „Universalen Relationstheorie“ entwickelte Leisegan g weiter zu dem „Entwurf einer Philosophie der Beziehung“, m it dem „Leisegang ein geschlossenes philosophisches Oeuvre h interläßt, in welchem sich profunde historische Kenntnisse der gesamten Philosophiegeschichte mit einer fast bestürzende n systematischen Kraft auf höchstem Reflexions- und Argument ationsniveau bruchlos vereinigten“ (Julius Schaaf).
1963 lernte Leisegang den Typographen und Verleger Horst Heiderhoff kennen, mit dem er die Lyrikreihe „Das Neueste Gedicht“, Alte Folge, herausgab. 1963 musste er das Studium wegen einer schweren Lungenerkran kung unterbrechen, bevor er, nach einer Operation, 1967 an d ie Universität zurückkehren konnte. Schon während seines Stu diums ist er vielseitig tätig gewesen: als Lehrbeauftragter für Ästhetik an der Werkkunstschule/Hochschule für Gestaltung Offenbach (1968-1970); als Dozent für Text und Rhetorik an der Fachschule für Industriewerbung und Absatzförderung in Kassel (1968-1971); sowie als freier Mitarbeiter in der Reda ktion „Kunst und Literatur“ des Hessischen Rundfunks. 1969 p romovierte er mit der Arbeit Die drei Potenzen der Relation im Fach Philosophie (Julius Schaaf/Theodor W. Adorno), Germanistik (Paul Stöcklein) und Osteuropäische Geschichte (Klaus Zernack). Leisegang erhielt an der Frankfurter Universität einen Lehrauftrag für die Geschichte der Philosophie, insbesondere der Kunsttheorie (1971-1973), den er unter anderem für eine philosophische Analyse des Werkes von Franz Kafka und Karl May nutzte. In diese Zeit fiel auch eine intensive Aus einandersetzung mit Grundlagenfragen des Grafikdesigns, dess en Ergebnis seine Prolegomena zu einer Theorie der Gestaltung sind, die er 1971 in der Zeitschrift design international (deren Redakteur er mit Anton Stankowski und Horst Heiderhoff war) veröffentlichte. Nebenher beschäftigte er sich auch m it Primzahlen. Seine Lehrtätigkeit in Frankfurt unterbrach Leisegang 1972 f ür eine Gastdozentur an der University of the Witwaterstrand in Johannesburg (Südafrika), wo er, neben einer in Englisc h abgefassten Relationstheorie, eine philosophisch-politisch e Abhandlung zum Thema „Apartheid and Integration as Moments of a True Political Relationship between Black and White in South Africa“ plante (Brief an Julius Schaaf, 20. Juli 1972 ). Zur Ausführung dieses Versuches, am Beispiel Südafrikas r elationstheoretisch nachzuweisen, dass einseitige politische Verhältnisse zu einer, in dieser Zeit schon absehbaren, sozialen und ökonomischen Katastrophe führen müssen, kam es nicht mehr bzw. nur in mündlicher Form in Vorlesungen (ein Manuskript zu diesem Thema ging beim Umzug verloren). Leisegang, der von Südafrika aus seine Bewerbung um ein Ordinariat an der J. W. Goethe-Universität ausdrücklich zurückzog und seinen dortigen Lehrauftrag ruhen ließ (Brief an J. Schaaf, 20. Juli 1972), kehrte wegen des Todes seines Vaters im August 1972 nach Deutschland zurück und hielt im Wintersemester 1972 /73 in Frankfurt das Seminar „Philosophische Aspekte der Lit eratur, Karl May: Ardistan und Dschinnistan“, das in gewisse m Sinne sein Vermächtnis darstellt. In den frühen Morgenstunden des 21. März 1973 schoss sich Leisegang in den Schädel, zuvor hatte er noch in einem Brief die Kriminalpolizei über seinen Freitod informierte.
Bericht: http://www.swr.de/-/id=12176614/property=download/nid=659892/1ypous4/swr2-literatur-20131112.pdf
Personenquelle: Leisegang, Dieter“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/116884207
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