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- Artikel in Wikipedia: Fritz Reuters Vater, Georg Johann Reut er, Bürgermeister und Stadtrichter von Stavenhagen, heiratet e im Februar 1810 Reuters Mutter, Johanna Luise Oelpke, Toch ter eines Bürgermeisters aus Tribsees. Neun Monate später, a m 7. November, wurde ihr Sohn Fritz im damaligen Rathaus von Stavenhagen geboren. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes 1 812 war die Mutter zeitlebens gelähmt, der Junge verstarb im Alter von knapp zwei Jahren. Fritz Reuter besuchte zwischen zeitig als einziger Junge eine Mädchenschule, wurde sonst ab er bis zum 13. Lebensjahr von Eltern, Verwandten und Bekannt en zuhause unterrichtet. Mit 14 Jahren lernte er dann, zusam men mit seinem Vetter August Reuter, an der Gelehrtenschule in Friedland. Reuters Leistungen in der Schule waren schlech t und sein Vater zeigte sich sehr enttäuscht, dass es dem So hn an Disziplin mangelte. Der junge Reuter wollte gern Maler werden und so war neben dem Turnen das Zeichnen das einzige Schulfach, das ihm zusagte. Über das Turnen, populär durch den Turnvater Jahn, und seinen Lehrer Carl Horn, einem Mitgl ied der Lützower Jäger, begegnete Fritz Reuter den Ideen der Deutschen Burschenschaften. Dadurch wurde die Grundlage sei ner demokratischen Gesinnung geprägt, die seinen Lebenslauf nachhaltig beeinflussen sollte. Im Jahr 1826 verstarb seine Mutter. Zu Ostern 1827 wollte der Vater den Schulwechsel auf s Gymnasium in Parchim erwirken, auf Grund mangelnder Konzen tration und Zuspätkommens wurde sein Sohn jedoch nicht in di e Prima eingestuft. Erst Ostern 1828 wurde Fritz Reuter der Wechsel erlaubt. Das Verhältnis zu seinem Vater kühlte in de r Folge weiter ab, in den Ferien kehrte er ungern nach Hause zurück. Reuters „Fleiß war ungleich; in einigen Fächern anz uerkennen, in anderen vermisst“, dennoch schaffte er es am 2 4. September 1831, das Reifezeugnis zu erhalten. Am 31. Okto ber 1833 wurde Fritz Reuter auf der Heimreise nach Stavenhag en in Berlin festgenommen. Er wurde in der Festung Silberber g interniert und am 4. August 1836 wegen „Teilnahme an hochv erräterischen burschenschaftlichen Verbindungen in Jena und Majestätsbeleidigung“ zum Tode verurteilt. Erst am 28. Janua r 1837 erfolgte die Zustellung des Urteils und die gleichzei tige Begnadigung zu 30 Jahren Festungshaft. Abgemildert wurd e die Strafe später auf Betreiben des Großherzogs von Meckle nburg zu acht Jahren. Die Festungshaft verbrachte Reuter in Groß Glogau (ab Mitte Februar 1837), Magdeburg (ab Mitte Mär z 1837), Graudenz (ab 15. März 1838) und Dömitz (ab 20. Juni 1838). Am 25. August 1840 wurde er in Dömitz entlassen. Nac h einem kurzen Versuch, das Studium in Heidelberg fortzusetz en, zog er zu seinem Onkel, dem Pastor in Jabel. 1842 trat F ritz Reuter eine Stellung als „Strom“ (Volontär) bei einem G utspächter in Demzin an. Dort lernte er seine spätere Frau L uise kennen, die Tochter des Roggenstorfer Pastors Kuntze. S ie arbeitete als Kindererzieherin im Haus des Pastors August in in Rittermannshagen. Am 3. März 1845 starb Fritz Reuters Vater, der seinen Sohn enterbt hatte. Fritz Reuter begann nu n seine schriftstellerische Tätigkeit, zunächst auf hochdeut sch, später mit mehr Erfolg auf niederdeutsch. Im April 1850 ließ sich Reuter im preußischen Treptow (heute Altentreptow ) an der Tollense als Privatlehrer für Zeichnen und Turnen n ieder. Er erwarb das preußische Bürgerrecht und wurde Stadtv erordneter. Am 16. Juni 1851 heiratete er Luise Kuntze (* 18 17 in Grevesmühlen, † 1894 in Eisenach) in Roggenstorf. 1853 gelang ihm mit dem Büchlein Läuschen un Rimels sein erster größerer Erfolg. Die Anfangsauflage von 1.200 Exemplaren war bereits nach wenigen Wochen ausverkauft. 1856 zog Reuter al s freier Schriftsteller nach Neubrandenburg, wo er seine pro duktivsten Jahre verlebte und seine bedeutendsten Werke schu f. Dort lebte Reuter nacheinander in vier Wohnungen. Ab 1859 verlegte Dethloff Carl Hinstorff Reuters Werke, was entsche idend zu seiner Verbreitung beitrug. Die Universität Rostock verlieh ihm 1863 die Ehrendoktorwürde. Im selben Jahr siede lten Reuter und seine Frau nach Eisenach über. Sicherlich ha tten die Reuters einen dauernden Aufenthalt in Thüringen nic ht geplant, jedoch ließen sie sich 1866/68 vom Architekten L udwig Bohnstedt in Eisenach, am Fuße der Wartburg, eine Vill a im Stil der Neorenaissance errichten (heute Reuter-Wagner- Museum). Fritz Reuter starb hier am 12. Juli 1874 im Alter v on 63 Jahren. Neben Klaus Groth gehört Fritz Reuter zu denje nigen Schriftstellern, die bewusst das Niederdeutsche nutzte n. Reuter schrieb nach eigenen Angaben „in mecklenburgisch-v orpommerscher Mundart“. Gemeinsam mit seinem Verleger Hinsto rff entwickelte Reuter dabei eine neue Kunstform des Niederd eutschen, die entscheidend zur Verbreitung seiner Werke im n iederdeutschen Sprachraum und weit darüber hinaus beitrug. D ennoch weist Reuters Platt viele Eigenheiten des Mecklenburg ischen auf. Reuter wurde zu einem Wegbereiter der Wiederbele bung der niederdeutschen Sprache als Literatursprache und be wies durch seinen Erfolg zugleich weiten Kreisen der Bevölke rung die Literaturfähigkeit der niederdeutschen Sprache. Sei ne Werke sind von feinsinnigem Humor und zahlreichen satiris chen Anspielungen geprägt. Reuter zeigte sich in seinen Gesc hichten als ein Autor, der dem Volk „aufs Maul“ zu schauen v erstand. Dabei brachte er immer wieder soziale Problematiken ins Spiel und benutzte die Stilmittel des Niederdeutschen, um versteckte Spitzen auf Aristokratie und Obrigkeit an der Zensur vorbei anzubringen.
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