| Notizen |
- Im dritten Jahr seines Lebens verlor Johannes seinen Vater, der Stadt-Physikus zu Lüneburg war, an der Pest, deswegen ka m er schon früh aus dem Elternhause fort und zwar zu einem B ruder seiner Mutter, Christian Kellermann in Rostock. Dieser nahm den Neffen sehr gut in seiner Familie auf und sorgte a uch für den besten Unterricht. Sein liebster Lehrer war der Magister Johannes Nicolai, welc her sich für den klugen und fleissigen Knaben besonders inte ressierte. Nach neunjährigem Aufenthalte in Rostock war Joha nnes für das Studium reif geworden, doch wollte sein Onkel Kellermann seinen noch recht jungen Neffen, der e rst das 18. Jahr erreicht hatte und von zarter Constitution war, noch nicht auf die Universität geben und sandte ihn des halb für 2 Jahre auf die Gelehrtenschule zu Lübeck, wo er si ch in den classischen Sprachen vervollkommnete. Im Jahre 164 4 ging J.B. nach Wittenberg, um daselbst auf Wunsch seiner M utter und seines Onkels mit seinem älteren Bruder Lucas (spä ter Superintendent zu Ratzeburg) zusammen Theologie zu studi eren. Doch sagte dieses Fach dem jungen Manne bald nicht meh r zu. Er hörte daher ausser den theologischen Vorlesungen auch medicinische und mathematische, und als er 1647 nach Leipzi g übergesiedelt war, liess er sich bei der medicinischen Fac ultät immatriculieren. In Greifswald promovierte er 1648 zum doctor medicinae cum laude, und machte dann eine Reise nach Holland und England. Nach seiner Rückkehr practi sierte J.B. zunächst in Hamburg, wo er in der Familie des be deutenden Arztes Langwedel viel verkehrte, hierauf in Rostoc k, woselbst er sich auf Veranlassung seiner nach dort überge siedelten Mutter niederliess und am 14. October 1649 mit Sop hia Hedwig Wolfrath vermählte. 1654 erhielt Bacmeister die e rledigte Stelle eines Professors für Medicin, 1665 auch die für Mathematik, und bekleidete im Laufe der Jahre sechs Mal das Amt des Rectors sowie drei Mal das des Pro-Rectors der U niversität Rostock. Am 2. August 1677 wurde die Stadt Rostoc k durch eine furchtbare Feuersbrunst verheert, die 800 Gebäu de, darunter auch sein schönes, massives in der Koesfelderstrasse belegenes Wohnhaus zerstörte, wobei er aus ser seiner aus 4000 Bänden bestehenden, recht werthvollen Bi bliothek auch seine ganze, sonstige Habe verlor! J.B., der i m Jahre zuvor durch den Verlust seiner Gattin schwer betroff en war, wurde durch diesen zweiten Schicksalsschlag mit sein en meistens noch unversorgten Kindern in grosse Bedrängnis v ersetzt, da es ihm und den Seinigen am nothwendigsten mangel te. Doch mit pecuniärer Hilfe seitens der Verwandten und des Herzogs von Mecklenburg gelang es J.B., sich wieder ein Hei m zu gründen. Im Interesse seiner Kinder entschloss er sich zu einer zweiten Heirath mit Maria von Thienen geb. Maibom, ei ner bemittelten Witwe, welche am 23. April 1678 zu Rostock s tattfand. Doch dieser Ehebund war nicht von langer Dauer, de nn B's zweite Gemahlin starb schon am 25. Juni 1683 zu Rosto ck, ohne eigene Kinder zu hinterlassen. Nach ihrem Tode such te er, sich in seiner wieder vereinsamten Häuslichkeit nicht wohl fühlend, durch rege, amtliche und wissenschaftliche Th ätigkeit Ablenkung zu finden. -- Am 10. februar 1686 erkrank te J.B., da er aber als Arzt sehr bald das bedenkliche seine s Zustandes erkannte, so liess er sich von seinem Freunde Fr anciscus Wolfius, Dr. und Professor der Theologie, durch gei stlichen Zuspruch auf sein Ende vorbereiten. Er verschied am (14.) 13. Februar 1686 zu Rostock. -- Lebenslauf Nr. 9. Li teratur: - Krey, Johann Bernhard: Andenken an die Rostocksch en Gelehrten aus den drei letzten Jahrhunderten, Rostock 181 3-1816 - Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900, zusammengestellt von J. Falkenberg, Rostock 1897-1905
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