| Notizen |
- Was ich schon früher festgestellt hatte, Mara Liesegang war eine unruhige Seele. Auch ihre Anziehung zu christlichen Menschen wie Walter Mett, Romuald Peffer, und anderen christlichen Menschen. Sie suchte wohl immer nach dem wahren Leben!! Was man darunter auch immer versteht. Sie hatte sich ja wohl mit der Philosophie und Indolgie (indische Philosophie) beschäftigt und wohl auch studiert!! Ihre gedruckte Todesanzeige: Es war Gottes Wille meine innigstgeliebte Mutter und Nichte *Frau Mara Liesegang* unerwartet rasch im Alter von 52 Jahren und 7 Monaten zu sich in die ewige Heimat zu nehmen. In tiefer Trauer *Marlen Peffer-Liesegang, James Liesegang* Hemmenhofen, Düsseldorf, 9. Dezember 1948 Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 12. Dezember 1948, 14.30 Uhr in Hemmenhofen statt.
Weitere Fakten in: Lebenswanderung der Mara Liesegang
Konfirmiert 1920 von Divisionspfarrer Johannes Grundwaldt, von August 1913 bis 1914 Studium an der Universität Cambridge. Von Dezember 1921 bis Mai 1922 hatte Mara die Stelle einer Hauslehrerin (Gouvernante) auf Schloß Militsch übernommen, dem Besitz der Reichsgräfin Elisabeth von Maltzahn geb. von der Schulenburg. deren Ehemann im 1921 verstorben war. Im Jahre 1922 wurde sie die Geliebte des Verlagsgründers Walter Mett (1893-1961)
Nach dem Umzug von Walter Mett und seiner Familie in das Dorf Born auf dem Darß trennte sich Mara bald darauf von ihm, denn zu dieser Zeit erkannte sie, wie manipulierend er zu seinem eigenen Vorteil war und dass er sich (aus finanziellen Gründen) nicht von seiner Ehefrau trennen würde. Außerdem kam es zu heftigen Eifersuchtsausbrüchen zwischen den beiden Frauen. Es ist gut, dass Mara nicht mehr miterlebt hat, welche Rolle Walter Mett später einnahm.
Am 1.11.1925, nach der Trennung von Walter Mett, ließ sich Mara mit ihrer zweijährigen Tochter Marlen im Heidelberger Stadtteil Handschuhsheim nieder. Am 1.10.1931 wurde Mara angeblich wegen Eigenbedarf die Wohnung am Kloster gekündigt. In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an ihre Mutter ob sie mit ihrer Tochter die Speicherräume des Elternhauses (früher Räume für die Dienstmädchen) beziehen könnte, traf jedoch auf Ablehnung ihres Onkels James. Dieser wies ausdrücklich auf eine mögliche Geschäftsschädigung wegen des uneheliches Kindes hin, erklärte sich aber immerhin bereit einen monatlichen Mietzuschuss von 30 Mark zu übernehmen.
Im Juni 1932 lebte sie mit Ihrem Ehemann Peffer in der schlesischen Grafschaft Glatz. Im Mai 1913 zog das Ehepaar nach Hemmenhofen an den Untersee in das Haus Nr. 104 (oberhalb der Hauptstraße gelegen) Am 3.9.1941 stellte sie für sich und ihre Tochter einen sogenannten Arisierungs- oder Gleichstellungsantrag, welcher zunächst durch das Berliner Reichsministerium des Inneren am 29.5.1942 abgelehnt wurde. Anfang 1947 erhielt sie zwar einen Schutzbrief als Opfer des Nationalsozialismus und bald darauf einen vorläufigen Ausweis als rassisch Verfolgte (Gruppe II) und dann am 13.4.1948 einen Ausweis als politisch Geschädigte.
Auszüge aus dem Tagebuch der Mara Liesegang, ihrer Tochter Marlene gewidmet. "Wo Deine Mutter, Marlene, gelebt hat -- und Du seit Deiner Geburt 1923 mit ihr?"
Von Anfang Dezember 1921 bis Pfingsten 1922 war ich auf Schloss Militsch, Bezirk Breslau, Niederschlesien. Von Juni 1922 bis Januar 1925 auf der Siedlung in Sachsen; bis Juli 1925 mit der Siedlung auf dem Darss in Neuvorpommern. Bis 1. November 1925 abwechselnd je 4 Wochen beim Großvater Raphael in Frankfurt -- und eingeladen in Heidelberg; 1. November "endgültig" in Heidelberg niedergelassen -- bis 1. August 1927 im Rohloch, dann fast 3 Jahre , nämlich bis 1. Mai 1930, in der alten Tiefburg, auch (wie das Rohloch) in Heidelberg? Handschuhsheim.
1. Mai 1930 (den Umzug machten die Klosterbrüder des Benediktinerklosters Neuburg) Bis 11. Februar 1932 ins Bernushäuschen beim Stift Neuburg -- das Stift und das Häuschen hatten dem Baron Bernus gehört, jetzt nur noch das Häuschen. Dann warst Du, Marlenchen, während ich für den Umzug rüstete, Januar bis Februar 1932 in Ober Schlottwitz im Erzgebirge, auch dort in der Schule. Bis Juni 1932 in Hellerau bei Dresden, auf dem Platz bei der Daler Oberschule??. Bis 14. November 1932 in Neubrunn in der Grafschaft Glatz mit Deinem Vater Romuald; von wo Du erst in Altlomnitz zur Schule gingst , da der Anstieg bis Neubrunn aber 1 1/2 Std. dauerte, stiegst Du später in das nähere, aber doch 810 m hoch gelegene Hüttenguth (Neubrunn lag etwa 650 m hoch). November 32 bis 1. Januar 1935 Pohldorf in der Grafschaft Glatz, 520 m hoch. Dann - bis vorraussichtlich 19. Juni 1936 Heidelberg!"
Ende Juli 1936 nach Frankfurt am Main gezogen, wo Marlene wieder in eine neue Schule kam. Am 23. Dezember [1936] fuhren wird Drei von Frankfurt nach Düsseldorf wo Großmutter Ursula [Louise] am frühen Morgen des 2. Weihnachtsfeiertages starb.... Dein Vater, Romuald, sprach die schöne Grabrede.... Wir Drei lebten ein Vierteljahr in meinem geliebten Elternhaus in der Kavalleriestraße 13. Du gingst in meiner Heimat in die Schule - die zehnte Schule Deines kleinen Lebens. Bis wir in den 1. Apriltagen Düsseldorf verlassen mussten. Danach gingst Du Marlene in die Klosterschule der Abtei (der Bendiktinerinnen) St. Walburg in Eichsstätt Bayern. (für Dich aber Marlenchen die Klosterschule der Abtei (der Bendiktinerinnen) St. Walburg in Eichsstätt Bayern)
Seit Mai 1937 waren wir in Hemmenhofen am Untersee (Bodensee) Am Sonntag, 11. April 1937, zogst Du, Marlenchen, ins Internat des Klosters St. Walburg in Eichstätt, bei den Benediktinerinnen ein. Und Du, Marlenchen, warst am 23. Juni [1937] hier eingezogen" [war wohl in Hemmenhofen] weil Dein Körper das Internatsleben nicht aushielt - hatte dich aus der schönen Schule der Benediktinerinnen in Eichstätt holen müssen. Die arme kleine Marlene hatte in Eichstätt schon die elfte Schule!!! und es folgte wohl in Hemmenhofen die zwölfte. ---
Ihre bewegende Geschichte eindrucksvoll geschildert, ist hier nachzulesen: https://www.rambow.de/tng/showmedia.php?mediaID=622 https://www.rambow.de/wp-content/uploads/Liesegang-Mara-die-Lebenswanderung-der-dichterin-Knueppel-2019-.pdf
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