| Notizen |
- Dr. Johann Brandis, * 1553 in Hildesheim, Sohn des Bürgermei sters Joachim Brandis. Er gab Werke von Dr. Ludolf Schrader heraus und erbte von ihm seine Bibliothek. Johann Jacob Gr ynaeus, ist seit 1575 Professor für Altes, 1585-1617 für Neu es Testament, der Herausgeber. Erschienen in der Schweiz. Er widmet sie am 1. April 1578 den Zwillingen Johannes und Joa chim Brandis, Söhnen des Bürgermeisters von Hildesheim Joac him Brandis. Johannes Brandis hatte, nach Studien in Witten berg, sich im November 1577 in Basel immatrikuliert und am 7. Januar 1578 hierzum Dr. jur. utr. promoviert; Joachim Br andis jr. hat wegenErkrankung sein Studium in Erfurt aufgege ben, war dann aber zwischen 1592 und1603 mehrfach ebenfalls Bürgermeister seiner Vaterstadt. Er kenne die Urteile der K ritiker gegenüberder Bibliotheca Diodors, beginnt Grynäus d en Widmungsbrief, doch würden diese von der mythologischen Archäologie auf das ganze Werk schließen - diese Fortsetzung aber sei allen, ganz besonders Wissenschaftlern und Staats männern (die Widmung gilt ja auch zwei Gliedern einer tradi tionellen Bürgermeisterfamilie) zur Lektüre zu empfehlen. De r Anfang aber sei fürTheologen von großem Interesse, da hier aus - die Meinung des reformierten Theologen - die Überlegen heit des Christentums gegenüber den heidnischen Religionen e rkennbar sei, gerade auch in allden Details, die Diodor bie te; für Juristen die Partie über Rechtsstiftung und Interpr etation, für Mediziner die ägyptische Medizin, ganz allgemei n aber die geschichtliche Lehre, deren Theorie Diodors er Pe trus Monavius in lateinischeVerse zu übersetzen gebeten habe (die er im Anschluss an das griechische Zitatabdrucken lässt) An Beispielen aus Diodor zeigt Grynäus dann die Bed eutung der Geschichtskunde für die eigene Lebensführung. Sod ann kommt er auf den Grund der Widmung dieser neuen Ausgabe der Bibliotheca, die er in seiner Freizeit vorbereitet habe , an Johann Brandis und, wohl auf Hinweise in Gesprächen mi t diesem, seinen Bruder Joachim zu sprechen: ihre vornehme F amilie und ihre Studien nicht nurfür sich, sondern im Bemüh ung um ihre Zeitgenossen und die Nachwelt, wie schonvon ihre m Vater Joachim - Bürgermeister wie sein Vater Henning und später auchder eine Empfänger der Widmung, Chronist der Gro ßvater und der Enkel und vorallem ihrem Onkel Tilemann Bran dis mit seiner großzügigen Stiftung des Collegium Saxonicum an der Universität Erfurt. So mögen auch sie mit ihrem eige nen wissenschaftlichen Interesse und ihrer Großzügigkeit ge genüber Gelehrten und Studenten der Universität Erfurt weit eres Gedeihen und gastliche Aufnahme Fremder inden unruhigen Zeiten ermöglichen. Neben der Erwähnung der Freundschaft, G astfreundschaft - vermutlich hat Johann Brandis bei Grynäus gewohnt - und Gelehrsamkeit müsse er aber auch noch mit bes onderer Freude, zum juristischen Doktorat ander Basler Univ ersität gratulieren, Gott dankend, der für den Nachwuchs an gutenVerbreitern seines Wortes, an Juristen, die ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit versprechen, und an erfahrenen Ärzten sorge. Ihm und seinem Bruder wünscheer, dass Gott i hm ihre Vorhaben auszuführen ermögliche. Quelle: Bibliothek der Universität Basel.
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