| Notizen |
- Gottlieb Tannhäuser war musikalisch ungewöhnlich begabt. Sch on sehr frühzeitig spielte er Harfe, Geige, Klavier, besonde rs gut aber das Vionloncello. Eine künstlerische Laufbahn wa r ihm jedoch nicht beschieden, vielmehr mußte er schon im Ja hre 1798, also sechszehnjährig, das Geschäft sseines Großvat ers Jenschowsky übernehmen, nachdem zu Ende eine königl. Mün digkeitserklärung für ihm erwirkt worden war. Freilich stand er unter Leitung seiner energischen Großmutter. Das Geschäf t ging gut. Zu den regelmäßigen Kunden gehörten: der königli che Hof, das königliche Nationaltheater, der Fürst von Fulda , die Prinzessin von Hessen - Kassel, die verwitwete Prinzes sin von Oranien - Nassau usw. Aber es galt auch viel zu leis ten, denn Gottliebs Oheim, August Jenschowsky, der Sohn der Begründer der Handlung, wollte ebenfalls von der selben lebe n und zwar sehr, denn er war ein ausgesprochener Lebemann mi t recht feinen Verständnis für Pferde und Frauen, irdische G üter, an denen übrigens auch Gottlieb neben der Musik aufric htige und nachhaltige Freude gezeigt hat. Im Jahre 1816 kauf te Gottlieb Tannhäuser für 8000 Thaler das Grundstück Wilhel mstr. 121, wo sich die Bleiche einer Frau Gumprecht befand ? (es die selbe Frau welche August Jenschowskyky 1793 geheirat et hatte, von der er bald jedoch wieder geschieden wurde)?, auf der er nun selbst Wachs bleichte. Hier und im Weißenseer Pfarrgarten war der Haupttummelplatz der Kinder. Auf die Bl eiche zog auch, als 1823 Prediger Jobst zu Weißensee gestorb en war, dessen Witwe, die einstige "hübsche Wachsmamsell", u nd führte dort mit den Tannhäuserschen Kindern, ihren Enkeln , obgleich sie an den Füßen gelähmt war, ein ruhiges und zuf riedenes Leben, bis sie 1829 verstarb. Zwei Jahre früher war die Familie Tannhäuser von Nr. 4 nach Nr. 7 in der breiten Straße übergesiedelt in das Haus des Geheimen Kabinettrates Müller. (Aus seiner Ehe stammen 5 Kinder)
Getauft:
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