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- Augustin Leyser wurde als Sohn des Professors der Rechte Wil helm Leyer (1628-1689) und seiner Ehefrau Christina (1652-17 11) geboren. Bereits im Alter von sechs Jahren verlor er sei nen Vater, so dass der Kanzler Johann Ernst von Schönleben s eine Erziehung lenkte. Dieser schickte ihn auf die Klostersc hule in Berge bei Magdeburg und 1667 auf das Gymnasium in Go tha. 1699 kehrte er nach Wittenberg zurück, um sich am 8. Se ptember 1699 an der juristischen Fakultät der Wittenberger U niversität einzuschreiben. 1704 wechselte er an die Universi tät Halle und er unternahm Studienreisen nach Holland, Itali en, England, Köln, Wetzlar und Wien. Durch die vielfältigen Erfahrungen geprägt, kehrte er nach Wittenberg zurück, dispu tierte mit „De Logomachiis lurisperitorum” worauf er 20. Jan uar 1707 seine juristische Lizenz als Licentiat erwarb und w urde zum Professor der Rechte. 1708 Beisitzer der Juristenfa kultät, 1709 Doktor beider Rechte und betrieb neben seinen V orlesungen, Studien zur Anfertigung von Dissertationen und r echtlichen Abhandlungen. 1712 erhielt er eine Professur an d er Universität Helmstedt, wo auch einmal als Rektor der Univ ersität fungierte. 1717 wurde er Hofgerichtsassesor in Wolfe nbüttel und 1721 Hofrat in Braunschweig wo er 1720 als Prote ktor amtierte. Aufgrund rechtlicher Streitigkeiten nimmt er 1729 den Ruf an die Wittenberger Universität an. In Wittenbe rg wurde er als Professor Direktor des geistlichen Konsistor iums, erster Beisitzer am Hofgericht, hatte einen Schöffenst uhl am Hof und war Hofrat. Leyser gelingt es anhand seines L ehrprogramms, seine Studenten in nur 18 Monaten auf ihre Prü fungen vorzubereiten. In dieser Zeit unterrichtet er in 18 W ochenstunden und drei Stunden praktische Übungen unter Nutzu ng vorhandener Lehrbücher alle Bereiche des Rechts. Den lite rarischen Niederschlag der Tätigkeit als Rechtslehrer Richte r und Gutachter bildet eine 1713 begonnene und erst 1748 bee ndete Sammlung von mehr als 700 kleineren Arbeiten, die Leys er nach und nach planmäßig in der Ordnung der Digesten unter dem Titel ,.Meditationes ad Pandectas" in 11 Bänden publizi ert hat. Dabei handelt es sich um von Leyser selbst ausgearb eitete und von seinen Schülern verteidigte Dissertationen un d Disputationen, in denen insgesamt mehrere Tausend Sprüche und Urteile der Gerichte und Spruchfakultäten, deren Mitglie d Leyser war, auszugsweise wiedergegeben und erläutert werde n. Leyser hat die Entwicklung des Privatrechts erheblich bee influsst. Von gewissem Einfluss war er auch im Strafrecht. O bwohl seine Werke inzwischen von untergeordneter Bedeutung s ind, lassen sich Rechtsanschauungen Leysers zu Anfang des 18 . Jahrhunderts in heutigen Rechtsanschauungen und modernsten Gesetzen wieder finden. Sein Ansehen war groß genug, dass e r sein Adelsdiplom 1739 erneuern und kurz vor seinem Tode 17 51 noch erweitern lässt. Professor Augustin von Leyser starb am 4. Mai 1752. Mit ihm endet die Blütezeit der Spruchtätig keit der Juristischen Fakultät der Leucorea, die damals in D eutschland führend in der Gutachtertätigkeit für Gerichte ge wesen ist. Über seine familiären Verhältnisse ist bekannt, dass er 1720 sich mit der Tochter seines Vetters, einer Dorothea Elenore Leyser verehelichte. Aus dieser Verbindung stammen zwei Söh ne, Wilhelm und Augustin, die vor ihrem Vater starben. Er wu rde am 9. Mai 1752 in Nudersdorf begraben. Literatur: Berühm te Persönlichkeiten und ihre Verbindung zu Wittenberg von He inrich Kühne und Heinz Motel im Verlag Göttinger Tageblatt 1 990 ISBN 3-924781-17-6 , "Wittenberger wird Gutachter beim G ericht" Beitrag in der "Mitteldeutschen Zeitung" von Elke St iegler. Neue Deutsche Bibliographie Band 14, Seite 437-439, Allgemeine Deutsche Bibliographie Band 18, Seite 519-523
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