| Notizen |
- Nach dem Besuch des Quedlinburger Gymnasiums kam Friedrich G ottlieb Klopstock im Alter von 15 Jahren auf die Fürstenschu le in Schulpforta. 1745 begann er das Studium der Theologie in Jena und fasste dort auch den ersten Plan zum Messias, de n er zunächst in Prosa anlegte. Im folgenden Jahr in Leipzig wurde das Werk in Hexameter umgearbeitet. Das Erscheinen de r ersten Teile erregte großes Aufsehen. In Leipzig schuf Klo pstock auch die ersten Oden. Nach beendetem Theologiestudium nahm er (nach der Sitte aller Theologiekandidaten) in Lange nsalza eine Hauslehrerstelle an. In den zwei Jahren seines A ufenthaltes in Langensalza erlebte Klopstock die leidenschaf tliche Liebe zu dem Mädchen Marie-Sophie, den Rausch der Hof fnung, die Enttäuschung und schließlich die Elegie der Entsa gung. Das führte dazu, dass er in diesen zwei Jahren die sch önsten seiner früheren Oden für die unnahbare Geliebte dicht ete. Die Veröffentlichung der Oden entfachte einen Begeister ungssturm unter den Gegnern der bis dahin vorherrschenden "v ernünftigen" Poetik Gottscheds. Es war die Geburtsstunde der reinen Dichtung. Es wurden Kontakte zu Johann Jakob Bodmer geknüpft, der Klopstock nach Zürich einlud, wohin dieser 175 0 reiste. Nach acht Monaten ging er auf Einladung des Königs Friedrich V. nach Dänemark. Durch Friedrichs Unterstützung konnte er sein Werk vollenden. Drei Jahre seines Lebens verb rachte er in Dänemark. 1754 heiratete Klopstock Margarete (M eta) Moller, die er in Hamburg kennenlernte. Sie starb jedoc h vier Jahre später. Dreißig Jahre hindurch kann er sie nich t vergessen und besingt sie in seinen Elegien. Erst im hohen Alter (1791) heiratete er die Hamburgerin Johanna Elisabeth von Winthem, welche eine Nichte von Meta Moller war. Friedr ich Gottlieb Klopstock, Schabkunstblatt von J.E.Haid1759 bis 1762 lebte Klopstock in Quedlinburg, Braunschweig und Halbe rstadt, reiste dann nach Kopenhagen, wo er bis 1771 blieb. N eben dem Messias, der endlich 1773 vollständig erschien, sch rieb er Dramen, z. B. die Hermannsschlacht. Er wendete sich dann nach Hamburg. 1776 zog er auf Einladung des Markgrafen Karl Friedrich von Baden vorübergehend nach Karlsruhe. Nach seinem Tod 1803 nahmen mehrere Tausend Menschen an den Beise tzungsfeierlichkeiten in Hamburg teil. Für damalige Verhältn isse war dies eine unwahrscheinlich hohe Zahl, die deutlich seine Popularität widerspiegelt. Klopstock gilt als Begründe r der Erlebnisdichtung und des deutschen Irrationalismus und als ein Vater des deutschen Nationalstaatsgedankens; er war ein Befürworter der Französischen Revolution (vgl. Gedicht von 1789 "Kennet euch selbst", in welchem Klopstock die Frz. Revolution als "edelste Tat des Jahrhunderts" bezeichnet un d die Deutschen ebenfalls zur Revolution aufruft), geißelte jedoch deren spätere Auswüchse (vgl. Gedicht "Die Jakobiner" von 1792, in dem er das Jakobinerregime, das aus der Franzö sischen Revolution hervorgegangen ist, als Schlange, die sic h durch ganz Frankreich windet, kritisiert). Klopstock ist b ekannt als ein Wegbereiter für die Epoche des Sturm und Dran g. Seine Gelehrtenrepublik: ein Konzept, das anstatt des als re gierungsunfähig angesehenen Fürstentums eine gebildete Elite in die Macht einsetzt. Die Intellektuellen erheben sich übe r das Volk, nennen es abschätzig "Pöbel". Klopstock traut de m Volk keine Souveränität zu, von den Werten Freiheit, Gleic hheit, Brüderlichkeit ist hier nichts mehr übrig. (vgl. Gedi cht von 1775 Fürstenlob) Quelle: Wikipedia vgl. Geschichte des kurhessischen Geschlechts Henschel, im A uftrag von Oskar Henschel, Autor Werner von Kieckebusch, Kas sel: Verlag Hofbuchhandlung Ernst Hühn, 1931
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