| Notizen |
- Bes. mit 13 Jahren das Jageteufelsche Kollegium und dann die große Ratsschule in Stettin, studierte beinahe 4 Jahre bis 1745 in Halle, wurde dann Lehrer im Rosenfeldschen Hause in Wollin und seit 22.11.1746 Rektor der Wolliner Stadtschule, 1753 Pastor adj. (22.1. vok., 14.2. ord., 4.3. eingef.) an S t.Nicolai, 25.9.1756 Präpositus in Wollin. Quelle: Cascorbi, S.20, 126-132, 138; Moderow S.660 (``Tobbold'')\\ Der Präpo situs Tobold mußte in Ansehung der Nachmittagspredigten mit dem Diakonus wechseln; er hatte aber dieselben den beiden Sc hullehrern übertragen und gab jedem dafür jährlich 5 Thaler. So hielt er es auch mit uns. Er wurde aber oft wegen seines Bruchschadens plötzlich krank, und da mußte ich ihn denn au ch vormittags vertreten. 1794 sah der Regierungsrat Vogt, wi e beschwerlich die Verwaltung seines Amtes dem alten Tobold schon wurde... Unter dem 26.7. erhielt der Präpositus Tobold den Befehl, mich der Gemeinde als seinen Gehülfen vorzustel len; er wies aber diesen Befehl mit Gründen zurück und bedie nte sich meiner Hülfe nur beim Predigen, wenn er dazu außer Stande war. Die übrigen Amtsgeschäfte verwaltete er selbst. Im Jahre 1796 fühlte er sich aber schwächer und trug mir dar auf an, daß ich zum Adjunctus com spe succendi gegeben werde n möchte. Anfänglich wollten die Behörden nicht darauf einge hen, endlich aber gewährten sie uns unsere Bitte, und ich wu rde von dem Königlichen Regierungs-Oberlandesgericht, welche s die königlichen Hoheitsrechte verwaltete, am 4.1.1797 zum Adjunctus des Präpositus Tobold in seinem Pastorate in der S t. Nicolaikirche berufen.\\ Am 16.1.1798 starb der Präpositu s Tobold am eingeklemmten Bruch in einem Alter von 76 Jahren und beinahe 10 Monaten. Er war ein großer Mann und ging seh r gerade. Er wußte seine geistliche Würde in Worten und Mien en auf eine ausgezeichnete Art zu bewahren. Er trug eine lan ge Perücke, einen Schisthut, eine lange schwarze Weste, eine n desgleichen Leibrock, schwarzwollene Strümpfe und vorn abg estutzte Schuhe, im Hause abgestutzte gelbe Pantoffel und ei nen bunt gestreiften Schlafrock. Er wohnte im Pfarrhause obe n auf der Hinterstube und kam gewöhnlich nur zum Essen herun ter. Wenn man ihn nach einem Besuch verließ, begleitete er e inen bis zur Haustür. Wollte Gott, ich hätte ihn gleich in v ielen Stücken zum Muster genommen, so wäre vieles unterblieb en. Aber in der Jugend denkt man gewöhnlich klüger zu sein a ls das Alter. Er ließ eine Witwe nach, Frau Magdalene Charlo tte geborene Schröder, Tochter meines Praeantecessors, des P räpositus Mag. Johann Sebastian Schröder, der in der St. Nic olaikirche im Bildnisse aufgehängt ist.
|