| Notizen |
- 1643 Schulrektor, 1656 Landrat in Greifenberg (1659 consul d irigens), Dichter, Gründer der ``gottsingenden Gesellschaft' ', Cascorbi, S.44-46, 49. Bruhn, S.61: Gerichtsvogt zu Plath e und Regenwalde.\\ Da beide Eltern 1633 starben, wurde der Knabe von seinem Vaterbruder, dem Bürgermeister Matthias M. in Greifenberg, angenommen, und nachdem er in der Schule sei ner Vaterstadt einen tüchtigen Grund im Lateinischen gelegt hatte, 1637 auf die Colberger Schule zum Rektor Friedeborn g ebracht. Schon im folgenden Jahre verschaffte der Rathskämme rer Michael Beggerow in Stolp, ein um die Unterstützung arme r, talentvoller Schüler wohlverdienter Mann, ihm freies Unte rkommen auf der Schule in Stolp, wo M. zugleich die Kinder d es Rathsherren Tessen fünf Jahre lang unterrichtete. 1643 be zog er die Universität Königsberg, um die Rechte zu studiren , konnte aber seiner beschränkten Mittel wegen nur ein Jahr lang bleiben und mußte, 21 Jahre alt, das ihm angebotene Rec torat an der Stadtschule seiner Vaterstadt übernehmen, das e r bis 1650 bekleidet hat. Dann wandte er sich zur juristisch en Praxis, wurde 1651 beim Hofgericht zu Stettin als Advocat immatriculirt, in demselben Jahre in Greifenberg zum Rathsh erren und am 1. October 1657 zum Kämmerer und Bürgermeister gewählt. Nach dem Landtagsreceß vom 11.Juni 1654 war Greifen berg die vierte, später die dritte der auf den hinterpommers chen Landtagen den Vorsitz führenden Städten und M. daher ei ne einflußreiche Persönlichkeit, zumal die angesehenen Gesch lechter der v.d.Osten und v.Blücher auf Plate und v.Borcke a uf Regenwalde ihn auch zu ihrem Gerichtsverweser wählten. 16 69 war M. im Pfandbesitz des Gutes Pribbernow. Einen bleiben den Namen hat er sich aber gemacht durch Stiftung einer zu d amaliger Zeit in Pommern wohl einzig dastehenden Gesellschaf t, eines Gesangvereins, der unter dem Namen ``Die Gottsingen de Gesellschaft'' in Greifenberg seinen Sitz hatte und aus M itgliedern des Raths und der umwohnenden Adelsgeschlechter b estand. Die Zeit der Stiftung ist unbekannt, die Gesellschaf t sang neben geistlichen auch weltliche,``jedoch höfliche'' Lieder; ein großes Brandunglück, das die Stadt im J. 1658 he imsuchte, wurde als Fingerzeig angesehen, daß Gott nur geist liche Lieder wolle. In der nunmehr gebrauchten Liedersammlun g ``Greifenbergische Psalter= und Harfenlust'', 4 Theile in Folio, 1673-75 gedruckt bei Dan. Starke in Stettin, sind die Texte meist von M. gedichtet, die Melodien von Pastor Theod or Hoppe in Rensekow für mehrstimmigen Gesang und Instrument albegleitung componirt. Die meisten Lieder verdanken ihre En tstehung besonderen Veranlassungen, einem Gewitter, einer Fe uersbrunst etc., andere sind das Resultat frommer Betrachtun g der Natur, in einigen kommt auch das patriotische Gefühl z um Ausdruck, nach dem entsetzlichen Jammer des Krieges wiede r einem geordneten Staate anzugehören. Quellen, G.Cascorbi, Buntes Leben Ebenhausen, 1975
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