| Notizen |
- Der Sohn des preußischen Offiziers und Landrats des Kreis Wa nzleben, Christoph Christian v.A., besuchte 1806–14 das Domg ymnasium in Magdeburg. Auf dem elterlichen Gut schon als Kna be im Obstbau tätig und sich der Jagd widmend, absolvierte e r bis 1817 die Forstlehre, einschließlich einer Kohlenbrenne rausbildung, beim Königlich Hannoverschen Oberförster Julius Heinrich von Uslar in Lauterberg, 1815 durch Teilnahme am B efreiungskrieg gegen Napoleon als Freiwilliger im Jägerkorps unterbrochen. 1817–19 studierte A. Naturwissenschaften an d er Universität Berlin und belegte Privatvorlesungen bei Ober landforstmeister Georg Ludwig Hartig in Neustadt-Eberswalde. Er war dort an der Normal- Forsttaxation des Reviers Biesen thal beteiligt, ein Umstand, der ihm später zustatten kommen sollte. Nach dem 1819 mit gut bestandenem Oberförsterexamen schlossen sich zehn Jahre Forsttaxationen an. 1829 wurde ih m die 4.375 ha große “Königlich Preußische Oberförsterei Alt enplathow, im II. Jerichowschen Kreise belegen,” übertragen, deren Leitung ihm bis 1872 oblag. A. war einer der bedeuten dsten praktischen Forstleute seiner Zeit, ein Fachmann mit W eitblick, der die seltene Gabe besaß, theoretische Erkenntni sse unkompliziert in die Tat umzusetzen. Sein besonderes Int eresse galt der Erhöhung des Eichenanteiles in “seinem” Wald . Der Anbau von 659 ha Eichen (507 ha Saat, 152 ha Pflanzung ) – annähernd 23 % bei über 3.000 ha Neukulturen in 43 Diens tjahren – brachte ihm den Ehrennamen “Eichenvater” ein. Sein e vielseitigen Erfahrungen legte er in dem heute noch lesens werten Buch “Ueber Forst-Culturwesen” (1851, 31884) nieder, z. B. Vermeiden jedes Wurzelschnittes bei der Verpflanzung, Vorrang der Saat vor der Pflanzung, Stummelpflanzung bei Gro ßpflanzen und anderes mehr. Er entwickelte Forstkulturpflüge , die bis nach Rußland exportiert wurden, Untergrundlockerer und Vorstecheisen. Als Musterbeispiel, der Natur ihre Geset ze abzulauschen, gilt der “A.’sche Schuppen” zur verlustarme n Überwinterung von Eicheln und Bucheckern, alles unter dem Blickwinkel der “Wohlfeilheit”, also Wirtschaftlichkeit, ges ehen. Viele Forstleute aus allen Teilen Europas besuchten di e Oberförsterei Altenplathow als forstliches Mekka. A.s Leis tungen fanden Anerkennung durch die Verleihung mehrerer Ausz eichnungen. Noch im Ruhestand war er als forstlicher Berater von Reichskanzler Otto von Bismarck hoch geschätzt. Als Vat er von neun Kindern, drei verstarben frühzeitig, war er in s einen persönlichen Ansprüchen bescheiden. Mehrere verlockend e Versetzungsangebote, so als Forstmeister zur Bezirksregier ung Magdeburg, lehnte er im “Interesse des Schaffens im Wald e” ab. vgl. http://www.von-alemann.de/genealogiedaten/aleg02.htm
|