| Notizen |
- Walter Friedrich Richard Mett in der Sammlung Östliche preußische Provinzen, Polen, Personenstandsregister 1874-1945 https://www.ancestry.de/discoveryui-content/view/5182836:60749
Theologiestudent, dann Herausgeber des Gralsboten (Monatsschrift für Kunst und Geistesleben) seit 1922 Der Verlag Gralsburg wurde 1925 aufgeglöst
Nachdem Mara Liesegang 1922 seine Geliebte wurde, kam am 9.10.1923 Tochter Rahel Marlene in Medingen auf die Welt, seine Ehefrau hatte gerade zwei Monate zuvor ihr 4. Kind zur Welt Welt gebracht. Er führte als eine Doppelehe - eine gesetzliche und eine illegitime.
Familie Mett startete 1924 einen Neuanfang in Born am Darß und bestand anfangs aus einem Haus, zwei Kühen und 6 Morgen Land. (Die Feldwirtschaft überließ Mett dem Nicolai Scheiermann, der vermutlich im April 1925 dazu kam) Mara verließ die Borner Gralsburg-Siedlung im Juni 1925. Zum Glück hat sie nicht mehr erleben müssen was aus dieser Siedlung wurde und welchen Weg Walter Mett einschlug.
Walter Mett und seine Rolle im Lager in Born und Wieck auf dem Darß:
Dass auf der landschaftlich so reizvollen Halbinsel Darß zwei kleinere Konzentrationslager in den Fischerdörfchen Born und Wieck gewesen sind, weiß man auch erst neuerdings aus den Heimatgeschichtsforschungen der "Jungen Historikern" der Oberschule in Born.
Über den Beginn wurde durch ein seltenes zeitgeschichtliches Dokument unterrichtet, durch Notizen des ehemaligen Amtsvorstehers Walter Mett (von 1929-1933) wo er dann von den Nazis abgesetzt wurde und nur noch als Waldarbeiter arbeiten konnte (eine Lüge)
Am 10. September 1944 traf eine Häftlingsgruppe von „104 russischen Kriegsgefangenen“ in Born ein und „störte unsere Sonntagsruhe“. Schreibt Walter Mett. Eine schillernde Quelle, denn: Mett wurde von den Nationalsozialisten als Ortsvorsteher abgesetzt, trat dennoch in die NSDAP ein. Mett arbeitete später nicht „als Waldarbeiter“, wie im Dokument geschrieben ist, sondern im Büro von Franz Mueller-Darss. Holger Becker hat diese Informationen später handschriftlich nachgetragen:
Danach war Walter Mett 1930 – 33 Amtsvorsteher; seit 1935 in der NSDAP, seit 1937 SA, seit 1937 Deutsche Arbeitsfront. Dass er als „Forstschreiber“ tätig war, ist auch aktenkundig, denn es gibt eine Kopie des Arbeitsvertrages mit Müller-Darss.
Bericht einer Zeitzeugin:
https://filareto.info/texte/zeitgenossen-hannchen-gerbeit/
Die verschiedenen Häftlingsgruppen, die auf den Darß kamen, sind hier zusammenfassend dokumentiert. Die SS konnte auf dem Darß schalten und walten, wie es ihr beliebte. Im Zweifel sagte der „Forstmeister“ Mueller-Darss, wo es „langging“. https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/lenggries-ort28977/neues-buch-erschienen-heinrich-himmlers-hundemueller-aus-lenggries-91448287.html?fbclid=IwAR2ahq_DDG0UrTCZs1HLEEZZTIojy8E6gmSlFS-XMtMBVvH3k8QMneZ9CiI
„Prominentester“ Widerständler auf dem Darß war ganz sicher Dietrich Bonhoeffer, der im Zingsthof 1935 mit der Ausbildung der jungen Theologen begann, die sich der „Bekennenden Kirche“ angeschlossen hatten. 1934 kam ein in Zingst geborener junger Mann als Pastor in Zingst ins Pfarramt: Gerhard Krause. Er lernt dort Bonhoeffer 1935 kennen, und schließt sich der „Bekennenden Kirche“ an.
Wenn man sich das Jahr 1935 auf dem Darß anschaut, sieht man einerseits Hakenkreuzfähnchen am Strand; Strandburgen mit „Juda verrecke!“ in Muscheln gelegt; Schilder am Strand „Betreten für Juden verboten“ – der Bäderantisemitismus wird immer aggressiver; die Kirche in Born wird mit großem Tamtam (SS; HJ; BDM; Reichsnährstand; NSDAP etc. eingeweiht) und gleich nebenan, im nur wenige Kilometer entfernten Zingst, man kann bequem zu Fuß hinüberlaufen arbeitet Dietrich Bonhoeffer im Zingsthof an der Ausbildung der jungen Theologen die sich dem „Deutschen Christen“ eben nicht anschlossen, sondern die „Bekennende Kirche“ aufbauten, bald schon in der Illegalität. Beides liegt dicht nebeneinander.
Von der Forstverwaltung des Darßwaldes in Born aus agiert der hohe SS-Offizier Franz Mueller-Darss, der beste Beziehungen zu Himmler und Göring unterhält – und in Zingst beginnt ein junger Pastor mit der Arbeit in seiner Pfarrstelle und wird immer mehr zum Gegner des Systems, bis man ihn wegen „Wehrkraftzersetzung“ vor ein Sondergericht stellt. Die Orte auf dem Darß sind nicht groß. Jeder kennt jeden. Viele reden sich mit dem Vornamen an. Die Einheimischen duzen sich. Der Pastor in Prerow steht den Deutschen Christen zumindest nahe, das zeigen seine Äußerungen – der Pastor in Zingst ist bei der „Bekennenden Kirche“, die Kirchenkreisleitung in Barth ist NSDAP und „DC“ – in Bliesenrade, ganz versteckt im Walde, wird es Anfang der vierziger Jahre mutige Menschen geben, die den Kindern von im KZ Born inhaftierten Zeugen Jehovas den Kontakt zu ihrer Mutter ermöglichen. …. Beides dicht nebeneinander. Je mehr ich mich in die Akten einlese, je mehr an Informationen freigelegt wird, um so spannender werden die Verhältnisse auf dem Darß zwischen 1933 und 1945. Textquelle: https://ulrichkasparick.blog/2019/10/01/der-darss-unterm-hakenkreuz-1933-1945-das-kz-in-born-a-darss-1/
Mueller-Darß galt nach den Regeln der Nürnberger Prozesse als hochbelastet. Ein so ranghoher Offizier der Waffen-SS konnte keinerlei Verwendung in öffentlichen Ämtern mehr finden. Dennoch bekam Mueller-Darß eine Pension in Höhe von 875 DM, was damals nicht wenig Geld war. Grundlage dafür war der spannende und höchst umstrittene Artikel 131 Grundgesetz und vor allem dessen Ausführungsgesetz - das im Kern dazu führte, daß auch Mitglieder der SS, der Gestapo, der SA etc. Rentenansprüche hatten. Die HIAG (Hilfsorganisation auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Mitglieder der Waffen-SS) hatte nach dem Ende des Krieges alles daran gesetzt, dieses "131 Gesetz" zu erreichen. Deshalb bekamen auch Täter und Angehörige von Tätern von der jungen Bundesrepublik Rentenzahlungen. Auch im Versorgungsbescheid zu Mueller-Darss vom 14. Oktober 1954 wird auf Artikel 131 GG Bezug benommen. Vgl. ausführlich dazu https://www.lto.de/.../131er-gesetz-ns-beamte.../ (Quelle: BND-Personalakte Mueller-Darss, Poo332-Teil 2, Blatt 58)
Der Zusammengefasste Bericht als pdf: https://www.rambow.de/wp-content/uploads/Die-Geschichte-von-Walter-Mett.pdf
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