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- Als Heinrich Roths Vater starb im Jahre 1609, zog er nach Ze llerfeld, wo er das stattliche Haus am Markt geerbt hatte. Als aber Tilly im Jahre 1626 die Stadt besetzte, wurde das Haus schwer beschädigt. Nach dem Tode seines Schwiegervaters bemühte er sich um dessen Nachfolge und begehrte das Amt des Eisenfaktors in Osterode. In einem Handschreiben vom 1.12.16 13 wandte sich Roth persönlich an Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel und berichtete diesem, dass er seit dem Tode seines Schwiegervaters den Eisenfaktor-Dienst gemeinsam mit seiner Schwiegermutter verwalte und dabei nicht nur viel Fleiß aufgewandt habe, sondern auch über 200 Gulden in den Handel gesteckt habe. Er bat deshalb bei der nächsten Bergrechnung die Verwaltung zu übertragen. Diesem gerechten Wunsche hatte sich der Landesherr nicht verschlossen und so wurde Heinrich Eisenfaktor zu Osterode.
Aber nicht lange konnte er sich dieser Ämter erfreuen. Im Jahre 1616 hatte sich ein Christian Dortmund, offenbar ein Vetter von Roths Frau und damals ein unterer Bemater in der Hüttenverwaltung anscheinend eines Vergehen schuldig gemacht und Heinrich hatte deswegen seine Absetzung durchgesetzt. In einem Schreiben vom 12.8.1616 flehte nun dieser Christian Dortmund um Gnade und versuchte dabei, Heinrich Roth und dessen verstorbenen Schwiegervater zu belasten, indem er ihnen Untaten vorwarf. Neid und Mißgunst gegen Heinrich Roth trieben ihn dazu, Roth zu vernichten.
Im Frühjahr 1617 denunzierte Christian Dortmund , der "ein leichtfertiger Calumniant und im Grunde verdorben er Mann" genannt wurde, Roth in feindseliger, gehässiger, bo shafter und fälschlicher Weise, dieser hätte mit falschem Gewicht oftmals übervorteilt und betrogen und von jedem vierten Zentner Eisen ein Viertel diebischer Weise abgezweigt. Der Herzog verordnete daraufhin eine Inquisition und Untersuchu ng, die zunächst etliche Zeugen verhörte. Dabei ging es nicht rechtmäßig zu und die Gegenbeweise wurden nicht akzeptiert . Roth kam in Haft und sein Haus in Zellerfeld wurde beschlagnahmt. Seine Ehefrau wies man an, mit Hinzuziehung des Gegenschreibers und anderer Verwandter die Eisenrechnung in Zellerfeld abzulegen. Schließlich wurde Margarete am 11.7.1617 " per Decretum" auferlegt, dass sie zur Erledigung Dreißig "th ausend" Taler in Münzen auszahlen solle. Zum Vergleich dieser ungeheuer großen Summe sei erwähnt, dass eine Kuh damals 3 bis 4 Taler, ein Pferd das doppelte kostete.
Roth aber hatte Freunde und es gelang ihm dem Gefängnis zu "entweichen" Sofort begab er sich nach Speyer zum Reichskammergericht und rief den Kaiser um Gerechtigkeit und Unterstützung an. Roth fand Gehör und erhielt bereits am 2.1.1618 ein in Speyer von Kaiser Matthias ausgefertigtes Dokument ausgehändigt mit dem Titel "Salvus Conductus Roth contra Braunschweig" Hierin befahl der Kaiser dem Herzog, "dass sie unsere und des Reichs Sicherheit und Geleit" an Heinrich Roth und seiner Familie stets fest und unverbrüchlich halte, ohne seinen Schaden und Nachteil. Dieser Kaiserlichen Anordnung hat sich Herzog Friedrich Ulrich nicht gefügt. Zwar kehte Roth nach 5 Jahren Exi l 1622 nach Osterode zurück, wo er im Rosenhagen wohnte, während sein ältestet Sohn noch eine Zeit auf der Schule in Speyer blieb. 1620, noch während seines Exils in Speyer hatte Heinrich einst einem jungen Adeligen (Jonas von der Hoya) 102 Gulden geliehen, Roth hatte aus diesem Anlass goldene Ketten und andere Gold- und Silbergeschmeide seiner Frau im Werte von über 400 Gulden versetzt. Von der Hoya aber, blieb mit der Rückzahlung säumig. (Bei all diesen Akten befindet sich Roths Siegelabdruck vom 15.9.1623, der das Rothsche Wappen mit dem Einhorn, welches schon sein Großvater in Wunsiedel führte, sowie die Umschrift "Henrich Roth de Ivnger" zeigt. Eine etwas abgeänderte Fassung benutzte später die Witwe. So unbarmherzig das Schicksal Roths Lebensweg durchkreuzt hatte , so tragisch sollte auch sein Leben enden.
Mehrere Jahre schon tobte der Krieg und griff nun auch mit all seinen Schrecken nach dem Harz. Roth flüchtete 1626 nach Zellerfeld und verlor erneut viele wertvolle Sachen. Als Flüchtling gelangte er schließlich nach Nordhausen und fand Aufnahme im Haus von Johann Apels Witwe Margarethe, wo er schwer krank niederlag, jedoch bei gutem Verstand am 8.8.1626 sein Testament machte. Wenige Wochen später starb er, erst 45 Jahre alt. Sein Leichnam wurde nach Osterode überführt und dort am 16.10.1626 beerdigt. Von sieben Kindern haben den Vater fünf überlebt ( 3 Söhne und 2 Töchter) Trotz großer Verluste hat Heinrich Roth ein ansehnliches Vermögen hinterlassen. Die älteste Tochter erhielt lt. Ehestiftung von 1630 1000 Taler Ehegeld, sowie 150 Taler Hochzeitskosten. Die jüngere Tochter bekam 1641 als Brautschatz 500 Taler. Margaretha Hattorf überlebte ihren Mann um 20 Jahre und starb am 13.2.1647. Sie wurde am 2 1.2. beigesetzt. Nach ihrem Tode wurde das Rothsche Erbe am 8.6.1647 geteilt. Nach der Aufstellung betrug das Kapital in sgesamt 18430 Taler. Darunter befand sich auch etwas aus der Hattorfschen Erbschaft, z. B. Duderstädtische Ländereien. D ie Nachkommenschaft hält ungebrochen bis heute an und bracht e viele Akademiker hervor (über 50 an der Zahl)
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