Die Siegel des Adels der Wettiner Lande bis zum Jahre 1500
Von admin | 28. Juli 2010 | Kategorie: Heraldik | 1 Kommentar »
Otto Posse geboren am 29. Juli 1847 in Weißensee; † 13. November 1921 in Dresden, gehört zu den namhaftesten Vertretern der Historischen Hilfswissenschaften. Posse hatte Geschichte in Berlin und später Göttingen studiert und mit einer Studie über die „Reinhardtsbrunner Geschichtsbücher“ promoviert. Nach Anstellungen an den Staatsarchiven Marburg und Weimar (1872/73) wurde Posse 1874 Dritter Archivar am Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden. Damit trat er eine Stelle an, die eigens für die Bearbeitung des sächsischen Urkundenbuchs, des Codex diplomaticus Saxoniae regiae geschaffen worden war. Hier blieb er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1919.
Als Wissenschaftler widmete sich Otto Posse zunächst editorischen Aufgaben. Seit den 1880er-Jahren wandte sich Posse verstärkt den Historischen Hilfswissenschaften zu. Neben diplomatischen und genealogischen Abhandlungen nahm vor allem die Sphragistik einen zentralen Platz in seinen Forschungen ein. Bis 1917 veröffentlichte Otto Posse insgesamt 13 siegelkundliche Tafelwerke, darunter die fünfbändige Ausgabe der „Siegel der deutschen Kaiser und Könige von 751 bis 1913“, “Die Siegel der Wettiner bis 1324 und der Landgrafen von Thüringen bis 1247″, sowie das obige Werk.
Die Sphragistik stand in früheren Zeiten als eine wesentliche Hilfswissenschaft der historischen Forschung bei uns in hohem Ansehen und war zu Gatterers (+1799) Zeit ein Vorlesungsgegenstand auf den Universitäten des Landes. Aber erst als man mit einer kritische Bearbeitung der Königs- und Kaiserurkunden begann, wiesen einzelne Gelehrte wie Lepsius, Fürst Hohenlohe, v. Sickel, Grotefend und andere auf den hohen Wert dieser Hilfswissenschaft hin und so gelangte die Sphragistik erneut zu größerem Ansehen. Zu den großen Werken gehört beispielsweise das “Wappenrecht” von Hauptmann, welches 1896 in Bonn erschien, oder das Gemeinschaftswerk: “Handbuch der mittelalterlichen und neueren Geschichte”.
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Für die Erforschung der Geschlechtergeschichte des Mittelalters ist die Sphragistik eine der wesentlichsten Hilfswissenschaften. Der Hauptzweck des Wappens, die verschiedenen Familien durch ein äußeres Kennzeichen voneinander unterscheiden zu können, wäre hinfällig gewesen, wenn auch benachbarte Geschlechter verschiedener Abstammung dasselbe Wappen geführt hätten. Entscheidet aber das Wappen nicht allein, sondern nur unter Zuhilfenahme anderer Umstände – so hat der Genealoge – durch das gleiche Siegel aufmerksam gemacht, über die betreffenden Geschlechter nähere Forschungen anzustellen. Hierbei wird er er nicht selten größere oder kleinere Gruppen von Familien finden, die von einer gemeinsamen Heimat ausgehend, sich weiter und weiter verzweigten und von neuen Besitzungen (ohne den alten Schild zu ändern) sich häufig neue Namen zulegten. Bei derartigem Vorgehen wird nicht nur der Erforschung der Geschichte noch blühender Familien mit ihren ausgestorbenen Nebenzweigen, sondern auch ganz erloschener Geschlechter gedient..
Digitalisate:
Band I.
Band II.
Band III.
Band IV.
Band V.
Quelle:
Posse, Otto Adalbert: Die Siegel des Adels der Wettiner Lande bis zum Jahre 1500, Band I.- V., Dresden: Verlag des Apollo (Franz Hoffmann) und Wilhelm Baensch, 1903-1917
Weitere Literatur und Artikel zu diesem Thema:
Vierteljahrsschrift für Heraldik Sphragistik und Genealogie
Jahrbuch für Genealogie und Sphragistik
Sphragistische Aphorismen (300 mittelalterliche Siegel)




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