Regionalgeschichte

Rambow als Besitzer der Salveymühle

Salveymühle

Wenn wir mit dem Zug von Angermünde kommen, sehen wir kurz vor dem Bahnhof Tantow, auf der linken Seite, den Zusammenfluss von zwei Bächen.

Hier beginnt der Salvey Bach. Dieser schlängelt sich von Norden nach Süden. Dieser Bach trieb bis vor 150 Jahren noch vier Mühlen an. Der Bach mündet in Gartz in den Mühlenteich, hier wurde mit dem Wasser noch die Gartzer Stadtmühle getrieben. Uralt sind diese Mühlen. Mit der Klostergründung 1243 beginnt die Geschichte der Mühlen. Diese wurden dem Kloster 1248 verliehen.

Um diese Mühle wird es bis 1561 still, dann beantragt ein Marten Darmutzell die Mühle, der Wert wird damals auf 600 Gulden geschätzt. Dann folgt Hans Glasow, der gleichzeitig Bürgermeister von Gartz war. 1591 verläuft die Landesgrenze zu Brandenburg auf dem Mühlendamm der Mühle 4. Auf diesem wird ein Schlagbaum errichtet. Aber hier blühte bald der Schwarzhandel, es wird unverzollte Ware geschmuggelt. Es wird berichtet, die Fuhrleute hätten sich als fürstliche Diener ausgegeben und haben dann mit Gewalt den Schlagbaum geöffnet.

Von 1591 bis 1613 ist Parmann Herr auf dieser Mühle. Die Mühle muss unter dem Dreißigjährigen Krieg sehr gelitten haben, denn der Kaufpreis betrug nur 25 Taler. Um 1675 marschieren die Brandenburger hier durch, diese stehlen das gesamte Eisen der Mühle. 1685 klagt der Rittmeister von Eickstedt gegen seinen Nachbarn, den Müller, denn durch den Wasserstau verderben seine Felder. Im Jahre 1691 lässt von Eickstedt von seinen Leuten Gräben ausheben, die das Wasser aus dem Mühlenteich ableiten. Die Müller aller vier Mühlen bewaffnen sich und ziehen gegen Eickstedt und werfen die Gräben wieder zu.

Schon Gottfried Rambow entdeckte durch den zunehmenden Verkehr eine gute Einnahmequelle. Carl Christian Rambow, erwähnt im Amtsbuch des Müller-Gewerkssalvey4 Gartz an der Oder im Jahre 1752. Erwähnt 1764-1786 als Mühlen-Altermann. Sein Sohn Johann Gottfried Rambow *1763 heiratet am 27.10.1785 Anna Christina Andree *9.5.1760, Tochter des Mühlenmeisters Gottfried Andree aus Weselitz-Kreis Prenzlau, er übernimmt 1785 die Mühle.

Bei seinem Nachfolger Gottfried Schulz herrscht ein fröhliches Leben auf der Mühle. Er bietet seinen Gästen nicht nur Unterkunft sonder unterhält auch einen Schankbetrieb und brennt auch seinen Branntwein selbst. Hier treffen sich nicht nur Kaufleute, Postfahrer , Schweinehirten, sondern hier treffen sich auch die Gauner, es traut sich bald keiner mit seiner vollen Brieftasche hierher. Überfälle und Schlägereien sind an der Tagesordnung. Noch heute heißt der naheliegende Wald Räubertanger. 1802 wird die Mühle wiederum verkauft für seinen Preis von 900 bis 10000 Talern, der Mühlenbetrieb geht ein, die Gebäude verfallen und der Mühlenteich wird abgelassen. Auf dem Mühlendamm geht jetzt die Straße Tantow- Hohenreinkendorf.

Der letzte Rambow mit Vornamen David wird als Unterpächter genannt bis zum Verkauf am 9.11.1829. Nach langem Kampf gelingt es 1830 von Eickstedt, das Grundstück zu kaufen. Der Bau der Eisenbahn Berlin- Stettin hat den Wert des Grundstückes noch erhöht. Nun ist es Schluss mit der Mühlenherrlichkeit auf der Salvey-Mühle 4. An diese Zeit erinnert nur noch ein dicker Baum an der Straße. Heute ist die Salveymühle ein Ferienhof. Dieses wurde nach den Unterlagen des Stettiner Archivs von Günter Braunsdorff geschrieben.