Johann Karl Rodbertus ist in der Geistesgeschichte des 19. Jh. als Begründer des wissenschaftlichen konservativen Sozialismus bekannt, der auf Nationalem, friedlichem und gesetzlichem Wege verwirklicht werden sollte. In die Auseinandersetzung der Revolution versuchte er auch handelnd einzugreifen. Er wurde in die Nationalversammlung gewählt und war auch für 14 Tage Kultusminister im Ministerium Auerswald-Hansemann.
Nach dem Studium und kurzer Referendarzeit siedelte er sich auf dem Rittergut Jagetzow in Pommern an und die Ritterschaft des Kreises Usedom-Wollin ernannte ihn zum Abgeordneten des Provinziallandtags und zum General-Landschaftsrat der Provinz Pommern. 1842 setzte sich Rodbertus für die Anerkennung des Frankfurter Parlaments ein. Nach dem Rücktritt des Kabinetts Kamphausen wurde er unter Auerswald am 26. Juni 1843 preußischer Kultusminister (siehe oben) In der 2. Kammer von 1849 setzte er als Führer des linken Zentrums den Beschluss auf Anerkennung der Reichsverfassung durch, was zur Auflösung der Kammer führte. In der Konfliktzeit verteidigte er Bismarcks Politik. Read the rest of this entry »
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Nachruf in der Lokalzeitung “Der Oberhasler” vom 15. November 1949
Unser allseitig verehrte Eugen Liesegang weilt nicht mehr unter uns. Seit letztem Jahr zeigten sich Leiden, die sich immer mehr verstärkten und nun am letzten Mittwoch seinem inhaltsreichen Leben ein Ende setzten. Eugen Liesegang war nicht nur in seinem Bekannten- und Wirkungskreise, nicht nur im Oberhasli - nein, über dessen Grenzen hinaus eine bekannte Persönlichkeit, der alt und jung die volle Hochachtung entgegen brachte. Für die Bevölkerung des Oberhasli war er eine Gestalt, die in das Bild passte und allgemein vermisst werden wird.
Geboren am 9. August 1875 in Düsseldorf, wo seine Eltern eine weltbekannte Fabrik für optische Apparate besaßen, wuchs der Knabe mit seinen Geschwister in froher Jugend auf. Sein Urgroßvater war Johann Christian Andreas Liesegang aus Berlin, siehe dessen Handwerksbrief. Einer seiner Brüder war der berühmte Wissenschaftler Raphael Liesegang. Der Schule entwachsen, verließ er zur weiteren Ausbildung das Elternhaus, vorerst in Bonn, dazwischen sich in England aufhaltend. Im Jahr 1896 kam der Verstorbene nach Bern, während eines Jahres Studien obzuliegen. Die dort geschlossenen Freundschaften dauerten lebenslang.
Ein Zeichen von seltener Treue und Anhänglichkeit. Wanderungen durch das Schweizerland führten ihn 1897 auch in das Oberhasli, das ihm ausnehmend gut gefiel und daraufhin der Entschluss reifte, hier dauernden Aufenthalt zu nehmen. Im gleichen Jahr, als 22-jährigen initiativen jungen Mann, wurde mit dem jungen Walter Günther von den Gebrüdern Boss in Grindelwald um Fr. 475000.- das Hotel Sauvagebesitzung angekauft.
Wie es nicht anders zu erwarten war, wurde das Hotel mustergültig geführt. Mit großer Vorliebe suchten die Engländer, so unter anderem. Papa Horsley mit seinem bekannten Bart und großen Hut mit seinen Gesellschaften das Hotel Sauvage auf. Auch hier wurde eine dauernde Freundschaft geschlossen, die sich auf den Sohn Horsley übertrug, der regelmäßig und so auch noch letzten Sommer dem Verstorbenen einen Besuch abstattete. Read the rest of this entry »
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Raphael Eduard Liesegang wurde als Sohn des späteren Fabrikbesitzers Paul Eduard Liesegang (1838 – 1896) geboren. Der Vater hatte in Jena Physik studiert, wobei er Ernst Abbe (1840 – 1905) kennenlernte. So kam er in den näheren Kontakt mit der Optik und mit dem Bau von Projektionsapparaten begann.
Nach dem Studium stieg er in das von seinem Vater Wilhelm Eduard Liesegang 1854 gegründete photograpische Atelier ein. Der Großvater von Raphael Liesegang vergrößerte sein Atelier und stellte außerdem Fotokameras her und lieferte dazu das selbsthergestellte Albuminpapier.
Nach dem Tode des Großvaters wurde das Geschäft 1871 vergrößert und nach Düsseldorf verlegt. Somit kam Raphael mit zwei Jahren mit seinen vier Geschwistern nach Düsseldorf und wurde hier 1876 eingeschult.
Häufig schwänzte er die Schule und machte seine Hausaufgaben nicht. Ab der dritten Klasse bekam er Nachhilfeunterricht in Mathematik, aber das Verständnis für Zahlen besserte sich nicht. Auf dem Gymnasium, in der Sexta, hatte er große Schwierigkeiten mit dem Schreiben, ein Gedicht auswendig lernen war ihm unmöglich, obwohl er den Sinn behielt, aber nicht die Form. Außerdem konnte er Lesen und Sprechen, aber nicht Vorlesen. Wiederum hatte er ein ausgezeichnetes Gedächtnis.
Er blieb in der Sexta sitzen und wurde von der Schule genommen. Nach einem Jahr Privatunterricht wechselte er auf das Realgymnasium, welches er von 1881 bis 1887 mit mäßigem Erfolg und zwischenzeitlichem Sitzenbleiben, mit dem „Einjährigen” dem heutigen Realschulabschluss, verließ.
Die Familie verbrachte ihren Urlaub gerne in Holland. Hier erwarb Raphael Liesegang eine in niederländisch geschriebene Grammatik der Malayischen Sprache, welche er unter der Schulbank, während des Unterichts ins Deutsche übersetze. Diese Grammatik wurde im eigenen Verlag seines Vaters publiziert, der ab 1860 die Zeitschrift Photographisches Archiv herausgab.
Dies war das erste der vielen Bücher und Veröffentlichungen Liesegangs, die er während seines Lebens schrieb. Während dieser Zeit war es Liesegangs Wunsch, Maler zu werden. Sein Vater richtete ihm in der Dachkammer ein Atelier ein. Sonntags bekam er Unterricht von einem Maler. Hier hatte er Ruhe vor seinen Brüdern und seiner Schwester. Der Vater wollte von dem Beruf des Malers nichts wissen, und so wurde dieser Wunsch langsam aufgegeben. Read the rest of this entry »
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Bücherauswahl zur Geschichte der Reformation, alle als Download verfügbar
- Die Geschichte der Reformation in Polen, von Theodor Wotschke (1871-1939) Verein fuer Reformationsgeschichte, Leipzig 1911
- Urkundenbuch zur Reformationsgeschichte des Herzogthums Preußen. Bd. 1, Einleitung von Paul Tschackert, Verlag Hirzel in Leipzig 1890
- Urkundenbuch zur Reformationsgeschichte des Herzogthums Preußen. Bd. 2, Urkunden. T. 1, 1523 bis 1541 von Paul Tschackert, Verlag Hirzel in Leipzig 1890
- Urkundenbuch zur Reformationsgeschichte des Herzogthums Preußen. Bd. 3, Urkunden. T. 2, 1542 bis 1549 von Paul Tschackert, Verlag Hirzel in Leipzig 1890
- Neues Urkundenbuch zur Geschichte der evangelischen Kirchen-Reformation, 1. Band, Karl Eduard Förstemann, Hamburg 1842
- Lebenszeugen der lutherischen Kirche aus allen Ständen vor und während der Zeit des dreißigjährigen Krieges von August Tholuck, Berlin Wiegandt & Grieben, 1859
- Die Kirchengeschichte der Stadt Salzwedel mit einem Urkundenbuch vor und nach der Reformation von Johann Friedrich Danneil, Halle:Schwetschke 1842
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Geschichtlich ist zu berichten, dass ab dem 8.4.1945 Ilfeld und Umgebung in Verteidigungsbereitschaft versetzt wurde.. und Oberstleutnant Großkreuz verlegte seinen Gefechtsstand in das Hotel Netzkater. Der Keller des Hotels diente von nun an als Verbandsplatz.
Hotelbesitzer Walter Liesegang (10.10.1899 – 11.11.1997) und Familie wurden evakuiert und im Hufhaus untergebracht. Am 13.4.1945 setzte der Beschuss aus Granatwerfern ein, der aber nur an den Bahnanlagen und am Bahnhofsgebäude in Netzkater Schäden anrichtete. Ein Werfergeschoss schlug im Gleis zwischen der Papierfabrik und dem Ottostollen ein und riss die Schienen auf. Das große Waldgebiet mit den Häusern in Netzkater, Rotheshütte, Sophienhof, Eisfelder Talmühle, Tiefenbachmühle, Birkenmoor, Christianenhaus und Hufhaus hatten die Amerikaner beim Vorstoß auf Benneckenstein, Breitenstein, Stiege und Hasselfeld abgeriegelt.
Der Oberstleutnant ergab sich schließlich den Amerikanern. In dem eingeschlossenen Waldgebiet sind, soweit bekannt, noch 3 deutsche Soldaten gefallen. In Netzkater fiel ein Flakhelfer aus Danzig, der sich vermutlich bei dem Granatwerferabschuss zu weit aus dem Unterstand herausgewagt hatte.
Sein Grab befindet sich am Rande der zum Hotel gehörenden Netzbergwiese und war mit einem Holzkreuz versehen. Dessen Vater, Angestellter der Deutschen Reichsbahn, der von Danzig nach Sachsen umgesiedelt war, hat dort wohl das Grab seines Sohnes besucht.
Als gegen Jahresende 1943 die Produktion der V2-Raketen angelaufen war, kam auch einige Male Profesor Wernher von Braun ins Netzkater Hotel und nahm dort sein Quartier. Hermann Bauersfeld, der in den ersten Nachkriegsjahren Bürgermeister in Ilfeld war, arbeitete in den Jahren 1943 und 1944 für Hotelbesitzer Walter Liesegang als Kellner und erinnert sich:
“Als Kellner im Hotel habe ich die Direktoren des Mittelwerkes des öfteren bedienen müssen. Alwin Sawatzki (ein mieser Charakter) und Georg Johannes Dipl. Ing. Rickhey (Generaldirektor der Mittelwerk GmbH) waren immer dabei. Die Sitzungen fanden immer im Kleinen Saal statt, der etwa 10×8 Meter maß. In diesem Saal stand ein großer runder Tisch und bei den Tagungen saß immer ein SS-Posten in einer Ecke und ein Posten stand vor der Tür. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Werner von Braun und Sawatzki nur mit Guten Morgen, niemals aber mit “Heil Hitler” gegrüßt haben. Als ich daraufhin auch einmal “Guten Morgen” sagte, wurde ich Sawatzkis Fahrer, einem Mann aus Lemgo, angefahren! Dieser Sawatzki trug ständig ein Ritterkreuz mit Ordensband. Seine Frau die mit ihm im Hotel wohnte, war sehr eifersüchtig. Sicher hatte sie einen Grund dazu. Ich wurde einmal Augenzeuge folgender Szene: Frau Sawatzki kam dazu, als ihr Mann seine Sekretärin küsste. Sie gab ihrem Mann eine kräftige Ohrfeige und bemerkte dann, dass ich alles gesehen hatte und meinte zu mir: “Sie haben doch nichts gesehen? Hier sind 10 Mark, trinken Sie einen.. (Quelle: Ilfeld 1940-1950, Beiträge zu einem Jahrzehnt Heimatgeschichte, Autor Manfred Bornemann, Hamburg 1984)
Erklärung für den Besuch des Rakentenforschers Werner von Braun
Am 29. Februar 1944 wurde im Mittelwerk das 136. Gerät fertiggestellt. Im April blieb die Produktion trotz einer beträchlichen Steigerung hinter den Erwartungen zurück. Dipl. Ing. Georg Johannes Rickhey, der am 13. April 1944 zum Generaldirektor ernannt worden war und nach seinem Amtsantritt die gesamte Raketenprominenz aus Heer und Ministerium zu einer Aussprache für den 6. Mai 1944 in sein Büro nach Ilfeld einlud, äußerte während dieser “kameradschaftlichen” Aussprache: “Die im April fehlenden Geräte werden im Mai kommen”. Nach dem Vortrag von Alwin Sawatzki waren die aufgetretenen Schwierigkeiten auf die unzureichende Anlieferung von Geräteteilen, auf das Fehlen von Arbeitskräften (KZ-Häftlinge) und auf die Belastungen zurückzuführen, die sich durch die Hereinnahme des Nordwerkes in die Anlage ergeben hätten. (Bewiesen ist die Tatsache, dass Werner von Braun in einem Schreiben vom 12. November 1943 1350 Arbeitskräfte angefordert hatte) Die Genealogien zur Familie Werner von Braun können in der Datenbank nachgelesen werden und in der Ausgabe “Genealogie, Deutsche Zeitschrift für Familienkunde, Heft 12 15. Jahrgang, Dezember 1966 vom Degener Verlag” gibt es weitere Ergänzungen zur Ahnenliste des Weltraum- und Raktenforschers.
Als Familie Liesegang in ihr Hotel zurückkehrte, gab es viele Schäden zu beseitigen, denn das schwere Geschütz vor dem Hotel war vor dem Eintreffen der Amerikaner gesprengt worden.
Viele Fensterscheiben waren zu Bruch gegangen und plündernde Soldaten und Zivilisten hatten sich die beweglichen Habe der Familie Liesegang (Geld, Vorräte, Kleidung, Wertgegenstände usw.) angeeignet.
Auch gab es Verletzungen zu verzeichnen durch den Krieg bedingt. So wurde Walter von den Russen durch Messerstiche verletzt und es grenzte an ein Wunder, dass er das Massaker so gut überwand.
1893 kaufte Emil Liesegang die Gaststätte und baute hier das elegante und komfortable Hotel. Es wurde mit der Eröffnung des Bahnstreckenabschnitts Ilfeld-Netzkater am 1. Mai 1899 eröffnet. Auch das Bahnhofsgebäude gehörte Emil Liesegang. Man kann eine Verdienste nicht besser schildern, als es nach seinem Tode im Ilfelder Kreisanzeiger geschah.
Zum Tode des Netzkater-Wirtes:
“Aus kleinen Anfängen hat er mit rastlosem Streben die alte “Einnahme” in ein modernes Hotel verwandelt, das überall in gutem Ruf steht. Leider wurde sein Lebenswerk am 28. Januar 1919 durch ein großes Brandunglück vernichtet. Mutig fing er zum 2. Mal sein Werk an und wieder ist ein gutes Stück Arbeit geschafft. Der Verstorbene war übrigens literarisch hoch gebildet und konnte seine Gäste bestens unterhalten. Ein Mann dessen lauterer Charakter ihm viele Freunde gewonnen hat, ist nun nicht mehr”. Read the rest of this entry »
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