Lothar von Supplinburg

Die Überlieferung der Vorfahren von Kaiser Lothar reicht nicht weit zurück. Durch seinen Vater Gebhard scheint das Geschlecht der Grafen von Supplinburg zu einiger Bedeutung aufgestiegen zu sein. Aber während die Genealogen die Abstammung der Mutter Gebhards weiter ausführen, verschweigen sie den Namen seines Vaters. Hier Klarheit zu schaffen, war eine gestellte Aufgabe für dieses Buch. Über das Geschlecht der Mutter Lothars finden sich reichhaltige Quellen. Sie hieß Hedwig und stammte aus dem Geschlecht der bairischen Grafen von Formbach. Ihre Genealogie behandelt eingehend die Sächsische Weltchronik.


Als Graf Gebhard Hedwig heiratete, erhob Pfalzgraf Friedrich (der Bruder des Erzbischofs Adalberts I. von Bremen) Einspruch, dass diese Ehe wegen Verwandtschaft unzulässig wäre und so wurden sie auf einer Synode zu Halberstadt wieder getrennt. Scheinbar war Friedrich ein Nebenbuhler! Gebhard konnte den Verlust nicht lange ertragen und als Hedwig einmal mit ihrer Mutter Gertrud ausritt, überfiel er sie – nahm sich seine Gattin mit Gewalt und behielt sie! Unbekümmert nahm er den Bann hin, der durch Bischof Burchard II. von Halberstadt (1059-1088) über ihn verhängt wurde. Das einzige Kind aus dieser Ehe Gebhards von Supplinburg mit Hedwig von Formbach war Lothar, der nachmalige Kaiser.

Inhalt:

Der Thronwechsel
Die Krönung Lothars in Aachen
Der böhmische Streit
Norbert, Erzbischof von Magdeburg
Der Würzburger Bischofstreit
Schwankende Stellung Lothars und Aufschwung der Staufer
Das Bisthum Lüttich
Lothringische Irrungen
Der Gegenkönig
Die Zustände in Sachsen
Kämpfe in Westdeutschland
Die Anerkennung Innocenz II. in Deutschland
Der Reichstag in Lüttich
Erzbisthum Trier – Erhebung des heiligen Godehard
Der Zug nach Italien
Fehden in Nord- und Süddeutschkand
Sieg über Friedrich von Schwaben etc.
Die Familie von Lothar und die Genealogie Wilhelms des Kindes von Burgund

Quelle:

Bernhardi Wilhelm: Lothar von Supplinburg, auf Veranlassung und mit Unterstützung seiner Majestät des Königs von Bayern Maximilian II., Herausgegeben durch die Historische Kommission der Königl. Akademie der Wissenschaften, Duncker & Humblot: Leipzig 1879 (Download)

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