Lebensgeschichte des Grafen Kaspar von Sternberg

Graf Kaspar von Sternberg, der Hauptgründer und erste Präsident des böhmischen Museums (Nationalmuseum) war frühzeitig darauf bedacht, seine Lebenserinnerungen aufzuzeichnen. Schon im Jahre 1812 entwarf er eine Skizze. Seine endgültige Fassung übergab er 1837 an den Herausgeber dieses Werkes.

Bei der Abfassung der Lebensgeschichte des Grafen Franz Sternberg, welche zuerst als Nekrolog in den “Jahrbüchern des böhmischen Museums 1830 (S. 479-1487) erschien, war auch die Tochter, Gräfin Christiane behilflich gewesen.

 

Graf Sternberg wurde am 6. Januar 1761 in Prag geboren und in der Kirche St. Galli als Kaspar getauft. Seine Taufpaten waren nach damaliger Sitte des böhmischen Adels zwei Bettler des Kirchspiels. Er war das jüngste von acht Kindern, von denen jedoch nur drei Söhne und eine Tochter am Leben blieben. Sein Vater, Graf Johann Sternberg, war Geheimer Rath und Kämmerer. Der erste Hofmeister war nach damaliger Sitte ein französischer Abbé mit dem Namen Lambin…

Aus Kaspar von Sternberg wurde ein bedeutender Naturwissenschaftler und Theologe, der eine große Anzahl von Werken und Aufsätzen herausgab. Ganz besonders lag ihm das Thema Botanik am Herzen. Auch über seine Reisen durch das Böhmische Bergland, durch Tirol und die Provinzen Italiens schrieb er. Das Böhmische Bergland bereiste er mit Johann Wolfgang von Goethe. Dieser Briefwechsel ist veröffentlicht.

Mitglieder der Adelsfamilie Sternberg nahmen seit dem 13. Jahrhundert wichtige königlich böhmische Landesämter ein und traten als bedeutende Mäzene und Gelehrte hervor. Sie haben die kulturelle Entwicklung Böhmens entscheidend mitgeprägt. Erstmals erwähnt wurden sie im 12. Jahrhundert. Während der Hussitenkriege engagierten sich Angehörige des Geschlechts maßgeblich auf beiden Seiten; Kunigunde von Sternberg war die Gemahlin des böhmischen Königs Georg von Podiebrad. 1661 wurden die Sternbergs von Kaiser Leopold I. in den Grafenstand erhoben.

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