Das Leben des Feldmarschalls Grafen Yorck von Wartenburg

Die Tradition der Familie nennt England als die heimat der Yorks. Dort blühe das Geschlecht in den Earls von Hardwicke, wenn auch nichts als das Wappen die alte Verwandtschaft bezeugt. (Blaues Andreaskreuz im silbernen Schilde) Als Katholiken und treue Anhänger der Stuarts seien sie bei deren erstem Sturz ausgewandert gen Schweden und unter Karl XII. an die preussische Ostseeküste gekommen. Eine Heirat war der Anlass zum Wechsel der Religion.

Daher stammt wohl der Anteil des Gutes Gustkowski bei Bütow, nach dem sich Yorcks Großvater Johannes Jarken, Gustkowski nannte. Die Form des Namens lässt aber eher die Vermutung aufkommen, dass die Familie in den Kreis des kleinen Adels in der kaschubischen Gegend zu zählen ist.

Johannes Jarcken (auch Jan Jarka genannt) studierte Theologie und war seit 1713 Prediger in Rowe bei Stolpe und zumindest der älteste Sohn wählte ebenfalls diesen Berufsweg, ein zweiter Sohn wurde Seefahrer. Die beiden jüngsten Söhne schworen den Fahneneid. Den gefreiten Corporal David Jonathan von York (*7. Juli 1721) hatte Friedrich II. am 28. Juli 1747 “gut gefunden wegen seiner Ihro angerühmten guten Qualitäten zum Fähnrich bei dem zweiten und dritten Bataillon zu deklarieren und zu bestellen”. Fünf Jahre später am 3. Oktober 1752 wurde er Secondelieutnant in der Garde. Der 7-jährige Krieg förderte ihn schnell weiter; bereits im Februar 1759 war er Hauptmann. Nach dem Feldzug der am 26. Martii 1761 zu Eisenberg in Sachsen erhielt er den Orden pour le mérite. Den Namen änderte er von Jark(en) in Yorck und dabei verzichtete er auf den Namensbestandteil von Gustkowski.

Während er im Felde war wurde ihm am 26. September 1759 ein Sohn in Potsdam geboren, der den Namen Hans David Ludwig erhielt. Die Mutter war eine Potsdamerin und Handwerkerstochter mit dem Namen Maria Pflug. (Es heißt das Paar habe erst im Jahre 1763 geheiratet) Nach beendetem Krieg kam der Vater in die Garnison nach Königsberg und wie es scheint zeitweise auch nach Braunsberg in Ostpreussen. Ludwig verlebte hier wohl seine Kinderjahre gemeinsam mit einem jüngeren bruder und zwei Schwestern. Bereits am 1. Dezember 1772 ließ der Vater den Knaben Ludwig in das damals 16te Regiment v. Borcke in Königsberg ein treten und bereits 1773 zu dem neuen Füsilierregiment übergehen, das in Braunsberg von dem Generalmajor von Luck gebildet wurde…

Die komplette Lebensgeschichte des Grafen Yorck von Wartenburg erschien in zwei Bänden und steht als Download zur Verfügung: Band 1 und Band 2

Quelle:

Johann August Droysen: Das Leben des Feldmarschalls Grafen Yorck von Wartenburg, vierte Auflage, Verlag Veit & Comp: Leipzig 1863

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