Clemens August Freiherr von Droste zu Vischering der streitbare Erzbischof von Köln

Clemens August stammt aus einem der ältesten Geschlechter des westfälischen Adels, aus dem Geschlecht der Reichsfreiherrn Droste zu Vischering. Aus ihr gingen Männer hervor, die für unsere Geschichtsschreibung immer von Bedeutung sein werden. Genannt sei hier der Fürstbischof Bernard von Galen oder der Minister von Fürstenberg.

Die ältere Linie besaß in Westfalen im 19. Jahrhundert Haus Lütkenbeck, Asbeck, Vorhelm, Darfeld mit dem Wasserschloss Darfeld, Holtwick, Rockel, Visbeck, Woersche, Kakesbeck, Vehaff, Vischering, Bevern, Mengede und Langen. Im Königreich Hannover waren Brandlecht, Caldenhoff, Haselüne und Lengericht im Besitz bzw. Teilbesitz der Familie. Im Königreich der Niederlande war die Linie zu Saerfeld begütert. Die jüngere Linie besaß die Herrschaft Reichenstein im Regierungsbezirk Koblenz und das Rittergut Herten im Regierungsbezirk Münster.

Clemens August wurde am 22. Januar 1773 auf dem Landgut im Kreise Beckum geboren. Sein Vater war der Reichsfreiherr Clemens August Heidenreich Droste zu Vischering. Seine Mutter die verwitwete Reichsgräfin Sophie von Plettenberg, geborene Freiin von Droste zu Füchten. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter und sieben Söhne hervor. Von diesen Söhnen war ausser Clemens August nur noch Caspar Maximilian, der Bischof von Münster am leben. Der älteste Bruder des Erzbischofs, der Stammhalter Adolph Heidenreich, geboren 1769 sowie Franz Otto, geboren am 13.9.1773 und Domcapitular zu Hildesheim und Münster, starben beide im Jahre 1826. Franz Otto erhielt bereits 1789 die Dompropstei zu Münster. Von seinem Bruder Kaspar Maximilian, der 1795 Weihbischof geworden war, wurde er am 14. Mai 1798 in Münster zum Priester geweiht und wurde Domkapitular.

Am 16. September 1810 avancierte er zum Generalvikar des Bistums Münster. Bereits am Anfang seiner Kirchenkarriere widersprach er strikt jedem Kompromiss mit der preußischen Regierung in der umstrittenen Frage der Erziehung von Kindern aus interkonfessionellen Ehen. Als ihn diese Haltung auch in offenen Konflikt mit auf Ausgleich bedachten Amtsträgern der Kirche brachte, legte Droste zu Vischering im Sommer 1820 sein Amt als Generalvikar nieder und widmete sich in Zurückgezogenheit der karitativen Arbeit.

Quelle:

Clemens August, Freiherr von Droste zu Vischering, Erzbischof von Cöln: nebst einem Anhange: Interessante Charakterzüge und einige bisher ungedruckte Gedichte des Verstorbenen, Xanten: Theurer 1845 (Download)

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