Freiburger Dokumentenserver (FreiDok)

Der Freiburger Dokumentenserver ist ein kleiner Geheimtip, den ich heute etwas näher vorstellen möchte. Der “Freiburger Dokumentenserver” bildet zusammen mit weiteren Volltextservern anderer Hochschulen eine “Virtuelle Forschungsbibliothek” Er wurde im Rahmen der ” Zukunftsoffensive Junge Generation” des Landes Baden-Württembergs eingerichtet und wird von der Universitätsbibliothek Freiburg betreut.

Die elektronischen Dokumente werden wie konventionelle Literatur erschlossen und im Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB) sowie im Freiburger Online-Katalog nachgewiesen. Dadurch wird gewährleistet, dass sowohl konventionelle als auch elektronische Veröffentlichungen in einem einheitlichen Katalog verzeichnet sind.

Neben der Erschließung in Bibliothekskatalogen können die Dokumente auch über geeignete Internet-Suchmaschinen wie beispielsweise “BASE” gefunden werden. Dies wird durch die Anreicherung der Dokumente mit sog. Meta-Daten erreicht. Bei meiner Recherche bin ich auf zahlreiche interessante genealogisch und geschichtlich relevante Publikationen gestossen, von denen ich nachfolgende Beiträge besonders erwähnenswert finde:

Graf, Klaus
(deutscher Mediävist und Archivar. Er ist Lehrbeauftragter am „Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte“ der Universität Freiburg im Breisgau und am Lehr- und Forschungsgebiet Frühe Neuzeit der RWTH Aachen) Webseite und Blog

Beiträge zur Adelsgeschichte des Heubacher Raums, Der Beitrag gilt erstens der Frage nach der Heimat Bischof Ottos I. des Heiligen von Bamberg (1102-1139). Die zuletzt von Heinz Bühler vertretene Auffassung, Otto sei ein Sohn der Schwester Adelheid des ersten Stauferherzogs Friedrich gewesen, wird zurückgewiesen. Im zweiten Abschnitt wird kritisch Stellung bezogen zu den von Hans Jänichen und Heinz Bühler formulierten Hypothesen über die am Anfang des 12. Jahrhunderts belegten Herren von Michelstein. Quelle: Heubach und die Burg Rosenstein, Schwäbisch Gmünd 1984, S. 76-89, [Anmerkungen:] 405-409

Speisung der 12 Armen : eine Gründonnerstagsstiftung der Vener in Schwäbisch Gmünd, Die bis zum 19. Jahrhundert praktizierte Verpflichtung, im Haus Kappelgasse 8 in Schwäbisch Gmünd am Gründonnerstag zwölf arme Männer zu speisen, kann aufgrund eines Eintrags im Archivrepertorium von Johann Jakob Dudeum 1739 auf eine 1411 gerichtlich durchgesetzte Stiftung von Eberhard Vener und seines Bruders Nikolaus, Mönch im Kloster Lorch, aus dem durch Hermann Heimpels Forschungen bekannt gewordenen Gmünder Stadtgeschlecht zurückgeführt werden. Im 16. Jahrhundert lagerten sich weitere Stiftungen an, die eigentlichen Stifter gerieten jedoch in Vergessenheit.

Thomas Finck – Arzt, Benediktiner in Blaubeuren und Kartäuser in Güterstein, Der Beitrag stellt das Leben und Wirken von Thomas Finck (um 1455 wohl Heilbronn – 9. Juli 1523 in der Kartause Güterstein) und seine Beziehungen zur Tübinger Universität vor. Der Arzt Dr. med. Thomas Finck trat nach dem Tod zweier Ehefrauen 1485/86 in das Benediktinerkloster Blaubeuren ein, wo er eine ausgedehnte Übersetzungstätigkeit im Dienste der Nonnenseelsorge entfaltete. Zwischen 1506 und 1515 wechselte er in die Kartause Güterstein bei Urach. Quelle: Sönke Lorenz u.a. (Hrsg.): Tübingen in Lehre und Forschung um 1500. Ostfildern: Thorbecke, 2008, S. 159-175

Genealogisches Herkommen bei Konrad von Würzburg und im ‘Friedrich von Schwaben, Es wird der “Schwanritter” von Konrad von Würzburg mit dem im 14./15. Jahrhundert entstandenen Minne- und Aventiure-Roman “Friedrich von Schwaben” unter dem Gesichtspunkt der Präsentation der Genealogie der jeweiligen Protagonisten verglichen. Während es bei Konrad um die Grafenhäuser Geldern, Kleve und Rieneck geht, wird hinsichtlich des Friedrich von Schwaben die These vertreten, dass in Ermangelung einer Herzogsdynastie das symbolische Kapital des Herzogsherkommens dem schwäbischen Adel des 14. Jahrhunderts zugutekommt. Quelle: Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein Gesellschaft 5 (1988/1989), S. 285-295

Die Geschichtsschreibung der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd im 17.und 18. Jahrhundert, Der Aufsatz gibt einen Überblick über die überwiegend deutschsprachige Historiographie der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd im 17./18. Jahrhundert. Quelle: Barock in Schwäbisch Gmünd. Aufsätze zur Geschichte einer Reichsstadt im 18. Jahrhundert, Schwäbisch Gmünd 1981, S. 193-242

Bischof Heinrich III. von Schönegg und Schwäbisch Gmünd, 1337 bis 1348 war Heinrich von Schönegg Bischof von Augsburg. Danach zog er sich anscheinend nach Schwäbisch Gmünd zurück, wo er um den 20. Dezember 1368 starb und in der Stadtpfarrkirche begraben wurde. Die Miszelle stellt die Schwäbisch Gmünder und Augsburger Überlieferungen zu Todesdatum und Grabstelle vor. Quelle: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte e.V. 15 (1981), S. 216-220

Nikolaus vom Schwert (um 1400), ein Sohn des Schwäbisch Gmünder Arztes Peter von Grünenberg, Der Beitrag stellt die biographischen Quellen zu dem Autor eines Pesttraktats, Nikolaus vom Schwert (bezeugt 1397 bis 1408) vor, der in Göppingen ansässig war und als Leibarzt des Grafen von Württemberg wirkte. Er folgte seinem Vater Peter von Grünenberg, dem ersten bezeugten Schwäbisch Gmünder Arzt (nachweisbar 1357-1361, gestorben vor 1377), im Arztberuf nach. Quelle: Sudhoffs Archiv 74 (1990), S. 236 – 238

Die Fehde Diemars von Lindach gegen die Reichsstadt Schwäbisch Gmünd (1543-1554) Der Aufsatz behandelt – aufgrund Stuttgarter und Wiener Akten – eine “späte Fehde” in der Mitte des 16. Jahrhunderts, den Konflikt zwischen einem in Lindach bei Schwäbisch Gmünd ansässigen Kleinadeligen Hans Diemar und der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd, der auch vor dem Reichskammergericht ausgetragen wurde. Diemar hatte den Rückhalt der württembergischen Herzöge Ulrich und Christoph, die damals eine Einschüchterungspolitik gegenüber den benachbarten Reichsstädten betrieben. Quelle: Gmünder Studien 7 (2005), S. 7-32

Adel als Leitbild – zur Geschichte eines Grundwerts in Spätmittelalter und früher Neuzeit, Ausgehend von dem Wappenbuch des Konstanzer Bürgers und Ritters Konrad Grünenberg (datiert 1483) und der Selbstdarstellung der patrizischen Geschlechtergesellschaft zur Katz in Konstanz fragt der Beitrag nach dem Konzept “Adel”, wobei ein Schwerpunkt auf der adeligen Erinnerungskultur und Traditionsbildung liegt. Neben dem Tugendadel-Konzept werden auch die Nobilitierungen von Bürgerlichen in der frühen Neuzeit angesprochen. Das Fazit lautet: “Weshalb sollten ausgerechnet die Verkrustungen, die einen sich abschließenden, auf Exklusivität bedachten erblichen Adel das Instrument der Ahnenprobe immer weitgehender ausgestalten ließen, das Paradigma des Adels abgeben? Der Wertbegriff »Adel« stellte nicht deshalb einen Grundwert (oder ein Leitbild) der ständischen Gesellschaft dar, weil eine kleine Kaste die gesellschaftliche Wertewelt kontrollierte und hegemonial beherrschte, sondern weil die Exklusivität Grenzen besaß und der Wert »Adel« für die unterschiedlichsten Interpretationen offen war. Es gehört nicht nur der bis heute präsente korporierte Erbadel als wahrer Adel zum Feld der modernen Adelsforschung. Auch der vermeintlich falsche Adel der Patrizier und Nobilitierten, ja sogar die lächerlichen Adelsansprüche jener, die sich irrigerweise eines Adels berühmten, müssen ihren gebührenden Platz erhalten, wenn es darum geht, eine Geschichte des gesellschaftlichen Grundwertes Adel zu schreiben.” Quelle: Gelungene Anpassung? Adelige Antworten auf gesellschaftliche Wandlungsvorgänge vom 14. bis zum 16. Jahrhundert, hrsg. von Horst Carl/Sönke Lorenz, Ostfildern 2005, S. 67-81

Eine Aufzeichnung vom Ende des 16. Jahrhunderts zur Genealogie der Schwäbisch Gmünder Familien Debler und Jäger, Der Aufsatz geht von einer im Stadtarchiv Schw. Gmünd (Ch 6 Bd. 18) überlieferten Aufzeichnung aus, die der Genealoge Kaplan Sebastian Zeiler (1812-1872) aus einer verschollenen Vorlage im limpurgischen Archiv in Gaildorf 1866 abgeschrieben hat. Anlass der genealogischen Aufstellung war das Testament der Ursula Debler (D.), † nach 1572. Diese war in 1. Ehe mit dem nach Schwäbisch Hall gezogenen Gmünder Goldschmied Hans Buck und in 2. Ehe mit Emich von Hornau († vor 1573), der 1546 Haller Bürger wurde, verehelicht. Der gemeinsame Sohn Heinrich von Hornau war zum Zeitpunkt der Niederschrift bereits tot. Emich dürfte sich in Gaildorf niedergelassen haben. Quelle: Gmünder Studien 5 (1997), S. 95-119

Die Vener, ein Gmünder Stadtgeschlecht, Die Arbeit bespricht das Alterswerk des Göttinger Historikers Hermann Heimpel (1901-1988), das dieser der ursprünglich Schwäbisch Gmünder Familie Vener gewidmet hat: Die Vener von Gmünd und Straßburg 1162-1447, Göttingen 1982. Neben einer Zusammenfassung bietet der Beitrag eine Reihe weiterführender Quellenfunde insbesondere zur Geschichte der Gmünder Geschlechterfamilie Gmünder Vener. Quelle: Gmünder Studien 3 (1989), S. 121-159

Herold mit vielen Namen: Neues zu Georg Rüxner alias Rugen alias Jerusalem alias Brandenburg alias… Der Beitrag stellt Neufunde zu Leben und Werk des durch sein Turnierbuch (Erstdruck 1530) bekannten Herolds Georg Rüxner vor. Als Namensformen Rüxners erscheinen: Rugen (gesichert für 1494-1505), Brandenburg (1505), Jerusalem (1509) und Rixner (erstmals 1515). Rixner nennt er sich fast immer mit dem Zusatz: genannt Jerusalem. Seine Herkunft liegt nach wie vor im Dunkeln, zunächst scheint er sich im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts am Hof Herzog Georgs von Bayern-Landshut aufgehalten zu haben. Auch als Reichsherold blieb er den Wittelsbachern verpflichtet. 1518/19 dürfte er in brandenburgischen Diensten gestanden haben. Quelle: Ritterwelten im Spätmittelalter : höfisch-ritterliche Kultur der Reichen Herzöge von Bayern-Landshut. Landshut: Museen der Stadt Landshut, 2009 (= Schriften aus den Museen der Stadt Landshut 29), S. 115-125

Genealogisches Herkommen bei Konrad von Würzburg und im “Friedrich von Schwaben” Es wird der “Schwanritter” von Konrad von Würzburg mit dem im 14./15. Jahrhundert entstandenen Minne- und Aventiure-Roman “Friedrich von Schwaben” unter dem Gesichtspunkt der Präsentation der Genealogie der jeweiligen Protagonisten verglichen. Während es bei Konrad um die Grafenhäuser Geldern, Kleve und Rieneck geht, wird hinsichtlich des Friedrich von Schwaben die These vertreten, dass in Ermangelung einer Herzogsdynastie das symbolische Kapital des Herzogsherkommens dem schwäbischen Adel des 14. Jahrhunderts zugutekommt. Quelle: Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein Gesellschaft 5 (1988/1989), S. 285-295

Sylvia Paletschek:

Adelige und Bürgerliche Frauen 1770-1870, Quelle: Elisabeth Fehrenbach (Hrsg.): Adel und Bürgertum in Deutschland 1770 – 1848: [Kolloquium zum Thema "Adel und Bürgertum in Deutschland 1770 - 1848" vom 6. bis 9. Juli 1992 im Historischen Kolleg gehalten.] München: Oldenbourg, 1994, S. [159]-185

Zeiler, Frank

Biographische Skizzen zum Lehrkörper der Freiburger Rechtsfakultät in den Jahren 1860-1918, Die Jahre von 1860 bis 1918 waren für die juristische Fakultät in Freiburg eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. Vor allem nach der Reichsgründung begann sie sich im Rahmen des allgemeinen Aufschwungs, den die bis dahin weitgehend unbedeutende Universität Freiburg erfuhr, von einer kleinen Provinzfakultät zu einer auch überregional bedeutsamen Einrichtung zu wandeln. Im Zuge dieser Entwicklung gelang es bereits Ende der 1860er Jahre, einige später berühmte Nachwuchsgelehrte für kurze Zeit an die juristische Fakultät zu berufen. Daneben konnte in den ersten Jahrzehnten des Deutschen Reiches auch manch vielversprechender jüngerer Dozent gewonnen werden, der für eine längere Zeit oder bis zum Ende seiner Karriere in Freiburg blieb.

2 Kommentare zu “Freiburger Dokumentenserver (FreiDok)”

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