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Die Familie von Keyserlingk

Keyserlingk Wappen

Die Keyserlingk stammen ursprünglich aus Westfalen. Die älteste Nachricht über einen Ritter Johann von Keselinck ist datiert vom Jahre 1226, eine zweite über einen Edelmann Keserlingk aus dem Jahre 1346. Ein Ritter Hermann von Keselingk wanderte laut Urkunde vom Jahre 1492 nach Livland aus, wo das Geschlecht mehrere Jahrhunderte beheimatet war. Seit dem Jahre 1560 nennen sie sich Freiherrn von Keyserlingk.

Die Schreibweise des Namens hat sich im Laufe der Zeit und bei der Verzweigung des Geschlechtes mehrfach geändert (Kaiserling, Kaiserlingk) bis auf einem Familientag die heutige Schreibweise zum Beschluss erhoben wurde. Das ursprüngliche Wappen des Geschlechts ist ein grüner Palmbaum im silbernen Schilde. Als die heutige Neustädter Linie am 8. Februar 1777 in den preußischen Grafenstand erhoben wurde, gestaltete sich das ihr verliehene gräfliche Wappen in reichhaltiger Weise heraldisch aus. Der ursprüngliche Palmbaum ist zwar beibehalten worden, doch hat er sich verdoppelt. Das Schild selbst ist in 4 Felder geteilt, 2 silberne mit grünem Palmbaum, die beiden anderen rot und dunkelgrün mit durchquerenden Balken. In der Mitte des Ganzen der preußische Adler, über demselben die Grafenkrone.

Der Neustädter Linie ist seit dem 2. Juni 1904 das erbliche Recht auf Sitz und Stimme im Herrenhause verliehen worden. Das Geschlecht derer von Keyserlingk erfreute sich schon bei der Erhebung in den Grafenstand der höchsten Gunst und Achtung. Ein gesicherter Stammbaum besteht aber erst seit dem Jahre 1669 mit dem Kammerherrn Freiherrn Hermann Friedrich von Keyserlingk, der in Kurland auf Alt- und Neu-Okten ansässig war, vermählt mit Szöge von Manteuffel. Von ihm stammen 3 Kinder, von denen der älteste Sohn Johann Gebhard durch Kauf von seinem Schwager, dem Grafen Truchseß-Waldburg, in den Besitz der Herrschaft Rautenburg in Ostpreußen gelangte.

Johann Gebhard wurde 1744 durch Friedrich den Großen in den preußischen Adelsstand erhoben. Hier war Deutschlands berühmter Philosoph Immanuel Kant in den Jahren 1750 bis 1755 der Hauslehrer. Die inzwischen verwitwete Gräfin heiratete im Jahre 1763 zum zweiten Male und zwar auch wieder einen Grafen Heinrich Christian von Keyserlingk-Okten. Die Keyserlingk-Rautenburg erhielten im Jahre 1854 Sitz und Stimme im Preußischen Herrenhaus.

Das 3. Kind des Freiherrn Hermann Friedrich war in erster Ehe mit dem Baron von Buchholtz, Inhaber der Starostei Graudenz; in zweiter Ehe mit dem General-Leutnant von der Goltz-Klausdorf vermählt. Der zweite Sohn Otto Ernst von Keyserlingk, Besitzer der Güter Leistenau bei Marienwerder, die er vom Grafen Dönhoff gekauft hatte, sowie Lunau im Kreise Kulm und des Gutes Borkendorf, bekleidete die Würde eines polnischen Kammerherrn und Oberjägermeisters des Danziger Gebietes. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er von Friedrich dem Großen 1777 in den Grafenstand erhoben. Er war mit einer Schwester des englischen Konsuls in Danzig Alexander Gibsone vermählt. Sohn Otto Alexander Heinrich Dietrich von Keyserlingk hinterließ zwei Töchter, von denen die jüngere Emma sich mit General Gustav von Below, die ältere Clementine Sophie Amalie sich mit ihrem eben genannten Vetter vermählte… Mehr zu den Genealogien, siehe in der Datenbank.

Quelle:

Schultz, Franz: Geschichte der Kreise Neustadt und Putzig, Danzig: Danziger Allgemeine Zeitung 1907

Literatur:

Stavenhagen, Oskar: Genealogisches Handbuch der kurländischen Ritterschaft, Teil 3,1: Kurland
Stackelberg, Otto Magnus von: Genealogisches Handbuch der estländischen Ritterschaft, Teil 2, 3: Estland
Spießen, von Max: Wappenbuch des westfälischen Adels, mit Zeichnungen von Professor Ad. M. Hildebrandt, 2. Band, Görlitz 1901 – 1903. Keyserlingk, H. A. J. von: Stammtafeln, Nachrichten und Urkunden von dem Geschlechte derer von Keyserlingk, Berlin: Sittenfeld, 1853