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Geschichte des kujawischen Dorfes und Herrschaft Markowitz

Mieszko (Mieczislaw) I., der erste geschichtlich beglaubigte polnische Fürst, tritt als Herr von Kujawien auf und hat seine Residenz in Kruschwitz am Goplosee. Dort war auch bis 1159 der Sitz des um die Mitte des 11. Jahrhunderts gegründeten Bistums Kujawien.

Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung Markowitz geht nicht über das 15. Jahrhundert zurück. Auch der Name, gebildet durch Anhängung der patronymischen Endung “ice” an den Namen Markus gibt keinen Aufschluss und lässt nur erkennen, dass der Name selbst erst nach Einführung des Christentums entstanden ist. Auch die Frage, welchem Geschlecht die ersten Besitzer angehörten, ist nicht leicht zu beantworten, denn feste Familiennamen bildeten sich in Polen erst sehr viel später als in Deutschland.

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Ein Teil des Gebietes ist erst sehr spät in Privatbesitz übergegangen. Im Jahre 1464 verlieh Bischof Johannes von Kujawien dem Kloster Strelno den Garbenzehnt. Erbherren von Markowice gab es in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Am 30. Mai 1503 urkundet ein Johann Grimek von Markowice und wenige Jahre später ein Andreas Markowski Grzmik als Besitzer in Markowitz. Als Geschwister und Kinder eines verstorbenen nobilis Andreas Markowski werden 1553 und 1566 die in der Stammtafel I. aufgeführten Personen bezeichnet und es entsteht die Frage, ob dieser Andreas identisch ist mit Andreas Grzmik aus dem Geschlecht der Grzmale. Paprocki bezeichnet die Markowski als “Szeliga”. Die Herren 1-4 in den Stammtafeln waren durch Heirat zu ihrem Besitz in Markowitz gelangt…

Regulierung in der Neuzeit

Der Gutsherrschaft verlieb nach der Regulierung eine Fläche von 3876 Morgen, die von den beiden Vorwerken Markowitz und Gaj bewirtschaftet wurden. Dieser Besitz wurde im Jahre 1836 für 47.000 Taler an Arnold von Wilamowitz-Möllendorff verkauft, in dessen Familie er seitdem verblieben ist. Dieser stammte aus der Prignitz, wo sein Vater Theodor das Rittergut Strigleben bei Perleberg besaß.

Seine Mutter Ernestine, geborene von Bonin war die einzige Großnichte und nächste Anverwandte des Feldmarschalls Wichard von Möllendorff, der 1813 ihre drei Söhne Hugo, Ottocar und Arnold von Wilamowitz adoptierte. Durch Diplom vom 4. Mai 1815 wurde ihnen der Name “von Wilamowitz-Möllendorff” verliehen. Nach Kujawien gelangte Arnold durch seine Schwester, die an den Kammerherrn Fritz von Schwanenfeld verheiratet war.

Das Wappen zeigt in Rot einen dreiarmigen goldenen Leuchter. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken zwei wachsende geharnischte Arme, die pfahlweise gestellte Welle eines silbernen Wassermühlrades am oberen Ende haltend.

Seit dem Jahre 1909 ist das Rittergut Markowitz einer letztwilligen Verfügung des am 30. Augst 1905 verstorbenen Freiherrn Hugo von Wilamowitz-Möllendorff (*18.6.1840) entsprechend, zusammen mit dem von ihm 1890 erworbenen angrenzenden Rittergut Schönwert einem Familienfideikommiss gewidmet worden. Die Güter umfassen ein zusammenhängendes Gebiet von 1319 ha oder 5167 Morgen mit 760 Einwohnern (1910)

Stammtafeln der Markowitz

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Quelle:

Heydebreck, Claus von: Markowitz – Beiträge zur Geschichte eines kujawischen Dorfes, Ostdeutsche Buchdruckerei u. Verlagsanstalt A.G. Posen, 1917

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